Predigt – Was beten wir in der Adventszeit mit Psalm 80? 02. Advent 2025


Warning: Undefined array key 1 in /home/cascades/public_html/lueneburg.co.za/wp-content/themes/NativeChurch/framework/theme-functions.php on line 206

Psalm 80

Gebet für Israel, den Weinstock Gottes

1 Ein Zeugnis und Psalm Asafs, vorzusingen, nach der Weise »Lilien«.

2 Du Hirte Israels, höre, / der du Josef hütest wie Schafe!

Erscheine, der du thronst über den Cherubim, 3vor Ephraim, Benjamin und Manasse!

Erwecke deine Kraft / und komm uns zu Hilfe!

4 Gott, tröste uns wieder / und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

 

5 Herr, Gott Zebaoth, wie lange willst du zürnen

beim Gebet deines Volkes?

6 Du speisest sie mit Tränenbrot

und tränkest sie mit einem großen Krug voll Tränen.

7 Du lässest unsre Nachbarn sich um uns streiten,

und unsre Feinde verspotten uns.

8 Gott Zebaoth, tröste uns wieder / und lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

 

9 Du hast einen Weinstock aus Ägypten geholt,

hast vertrieben die Völker und ihn eingepflanzt.

10 Du hast vor ihm Raum gemacht /

und hast ihn lassen einwurzeln,

dass er das Land erfüllt hat.

11 Berge sind mit seinem Schatten bedeckt

und mit seinen Reben die Zedern Gottes.

12 Du hast seine Ranken ausgebreitet bis an das Meer

und seine Zweige bis an den Strom.

13 Warum hast du denn seine Mauern zerbrochen,

dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?

14 Es haben ihn zerwühlt die wilden Säue,

und die Tiere des Feldes haben ihn abgeweidet.

15 Gott Zebaoth, wende dich doch! /

Schau vom Himmel und sieh,

nimm dich dieses Weinstocks an!

 

16 Schütze doch, was deine Rechte gepflanzt hat,

den Sohn, den du dir großgezogen hast!

17 Sie haben ihn mit Feuer verbrannt wie Kehricht;

vor dem Drohen deines Angesichts sollen sie umkommen.

18 Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten,

den Sohn, den du dir großgezogen hast.

19 So wollen wir nicht von dir weichen.

Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.

20 Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder;

lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.


Liebe Gemeinde

Beten in der Adventszeit mit Psalm 80 – so könnte die Überschrift lauten. Deshalb soll jeder den Psalm auf Papier mit nach Hause nehmen, im Herzen hin-und-her bewegen und sich im Gebet üben. Ich habe mir allerlei Zeit genommen, diesen Psalm unter die Lupe zu nehmen. Abgesehen davon, dass ich bei weitem nicht alle Beobachtungen und Kommentare hier euch wiederholen kann (und auch nicht will), muss ich zugeben, dass ich bei weitem nicht fertig geworden bin. Da gibt es immer so viel zu entdecken; und je mehr ich weiß, merke ich, wie wenig ich eigentlich weiß – also nochmal lesen …

Zusätzlich hat das auch damit zu tun, dass Gott mit uns noch nicht fertig ist. Gott drängt die Geschichte vorwärts zu seinem Ziel. Und wenn Dinge noch nicht „fertig“ sind, dann verändern sie sich ja. Entweder können sie sich zum Guten hin verändern, oder Dinge entwickeln sich zum Schlechten. Das Schlechte ist jetzt hier gemeint: weg von Gott, Leiden und Verfall, Bedrohung und Angst, Trennung und Tod. Mit der GUTEN Veränderung ist hier gemeint: hin zu Gott, Freude und Wachstum, Gemeinschaft und Leben.

Wenn wir beten, dann ist Gott dabei, uns verändern. Während wir nachdenken, erzählen, singen, klagen oder bitten aussprechen, dann geschieht etwas. Und diese Gelegenheit, liebe Gemeinde, wollen wir Gott nicht entnehmen. Wer sich im Gebet übt, beginnt, die Welt mit anderen Augen zu sehen. Wer sich im Gebet übt, bei dem verändert sich Haltung, Gefühle, Werte, Verhältnisse. Gebet verändert die Welt – aber Gott beginnt immer bei mir … und dann verändert Gott auch Umstände, heilt Verhältnisse, wirkt Wunder, tröstet, usw.

Also, nun zu Psalm 80. Da haben wir die Überschrift: Ein Psalm Asaf – das war der Hauptchorleiter zur Zeit Davids und seine Familie hatte Aufgaben beim Salomonischen Tempel; sogar nach der babylonischen Gefangenschaft bei zweiten Tempel hatte diese Sippe bestimmte musikalische Ämter.

Nun muss man nicht zu schnell einfach darüber lesen. Unsere Chorleiter wissen das auch: Sie veranstalten ja nicht nur ein nettes Konzert, berauschen die Gemüter der Menschen oder machen da irgendwelche Geräusche, sondern mit der Musik wird auch Lehre übertragen. Der Chor tut ein doppelten priesterlichen Dienst: sie sprechen uns Zuhörer an – deshalb hören wir zu. Und der Chor spricht im Namen der Gemeinde zu Gott – deshalb singen wir mit. Die eine, heilige christliche Kirche bringt ihr Gebet vor Gott. Bitte vergesst das nicht: Selbst wenn ich zurzeit nicht durch solche Not gehe, wovon der Psalm spricht, so spreche ich für andere, für Einzelpersonen, für das Volk Gottes, für die Welt. Wenn ich aber tatsächlich selbst durch Leiden gehe, dann verleiht mir der Psalm die richtigen Worte und zeigt mir die richtige Gebetshaltung, die ich vor Gott einnehme. SO darf und soll auch ich und du beten in der Adventszeit.

Vier Verse hat dieses Gedicht, jeweils wird der Paragraph abgerundet mit einem Kehrvers. In der ursprünglichen hebräischen Sprache sind da Wortspiele, Rhythmus, Reime und alles, was man in einem guten Kunstwerk-Gedicht findet – die alle mit einer Übersetzung verblassen, aber immerhin haben wir genug, um uns lange mit zu beschäftigen.

Nun möchte ich einige Dinge hervorheben, die uns nahe ans Herz gelegt werden; und dann am Ende zu einigen praktischen Anwendungen kommen.

(a) Mir fällt sofort auf, dass es hier um ein Gespräch zwischen zwei Gesprächspartnern geht: zwischen Gott und Mensch. Ja, du darfst und du sollst kann mit dem Allerhöchsten, mit Gott sprechen. Hier spricht ein Mensch (ein Volk) aus seiner Not heraus. Und er formuliert seine Bitte SO, als ob Gott nicht zu sehen scheint, was vor sich geht; der Mensch erinnert Gott daran, was geschehen ist, und was dabei ist, zu geschehen. Dazu schreibt er Gott vor, was auch in Zukunft geschehen soll. Jeder Vers mündet in diesen Hilferuf: 20 Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder; lass leuchten dein Antlitz, so ist uns geholfen.

(b) Als nächstes stellen wir fest, dass fast jeder Satz in zwei Satzabschnitte unterteilt ist. Es ist mehr als nur ein Schreibstil. Es ist eine Wiederholung. Also keine Stichworte, keine kurze Liste meiner Bedürfnisse, sondern jede Beschreibung muss, sozusagen, doppelt betont werden. Es ist ein intensives, anfühlendes Schwellungsgefühl – das sind wie die Wellen am Strand, die gegen die Felsen brechen. Werden die Gebete des Menschen, die Flutwellen des Gebets, irgendetwas tun, um den Fels, den Herrn, etwas zu verändern? Die Hoffnung ist definitiv da, ja! Gott hat es ja versprochen: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen! Darum rufe ich Gott zu dir … wiederholt, oft, immer wieder.

(c) Wir finden vier Vergleiche, mit denen der Herr Gott angesprochen wird: (i) Er ist der Hirte, (ii) ER ist der Bauer der Rebe und (iii) ER ist der Vater von einem Sohn und (iv) Er ist der Herr, Zebaoth.

(i) Das erste Gleichnis vom Hirten ist so völlig anders als das, was wir aus Ps. 23 gewohnt sind: “Der Herr ist mein Hirte; mir wird nichts mangeln.” Hier fehlt dem Beter viel. Anstelle von “grünen Weiden und frischen Wassern, wo Ruhe ist”, erhält der Gläubige hier Tränen als Nahrung. Statt “der Kelch, der vom Guten überfließt”, ist sein Becher voller Trauer und Tränen. Anstatt “meine Feinde müssen beschämt zusehen“, wie gut es mir geht, freuen sich hier die Feinde und lachen über mein Unglück. (Kennst du solche Erfahrungen, bei denen es keinen Sinn mehr ergibt, was der Herr in deinem Leben erlaubt?)

(ii) Ebenso der zweite Vergleich mit dem Herrn als Bauer des Weinbergs. Für einige Zeit hat der Herr als Bauer es gut gemacht. Er pflanzte einen neuen Weinberg. Er nahm die Pflanze aus dem Land Ägypten und pflanzte Israel im Land Kanaan. Es war ein herrlicher Weinberg, der sich Hunderte von Kilometer in alle Richtungen erstreckte. Das Volk Israel erlebte Wohlstand und Frieden, Fruchtbarkeit und Anerkennung. Der Beter gibt Gott die Ehre: das hast DU, Gott, gemacht. Das war dein Geschenk an uns. Du hast Israel beschützt und Schalom (Frieden) gewährt.

Aber jetzt hat der Bauer selbst die Schutzmauern abgerissen. Feinde trampeln auf Gottes Weinberg, wilde Tiere wühlen alles durcheinander und fressen die Wurzeln auf. Der Herr selbst geht in den Weinberg und bricht gnadenlos die letzten Zweige ab, die noch überleben wollten. Kümmert sich Gott nicht mehr? Was ist los?

Wir verstehen die brennende Frage: Herr Hirte, wie lange wirst du zurückstehen und zusehen, wie deine Herde zugrunde geht? Herr, du bist der gute Farmer, warum hast du selbst die Mauern so eingerissen, dass die Feinde alles plündern?

Solche dunkle Zeiten brechen immer wieder ein. Da brauchen wir nur die Zeitung aufschlagen und wir lesen von übermäßiger Kriminalität in unserem Land, von der Verwüstung in Süd-Sudan, von Krieg und Vernichtung hier und dort. Wenn’s nur in der Zeitung stehen würde … im eigenen Leben geschieht Unheil: jede Krankheit will den Körper vernichten; jede Ehescheidung reißt durch die Gemeinschaft; Alkohol, Drogen und sonstiges Gift zerstört Familien; Streit und Lästerreden ruinieren die Gesellschaft. Auch in vielen Kirchen wütet der Feind … was ist los Herr, du Hirte, die Bauer deines Weingartens?

(iii) Die dritte Beschreibung von Gott ist: Er ist der Vater von einem Sohn. In Vers 18 wird jemand genannt, der von Gott auserwählt wird, der die Erlösung für das Volk bringen soll. Der „Sohn“ kann Israel sein – dann ist die Bitte: Lieber Gott, mache uns, dein Volk, wieder stark. Oder der „Sohn“ kann eine individuelle Person sein – dann ist die Bitte: Lieber Gott, sende uns jemand, der die Leitung übernimmt. Vielleicht wieder jemand wie König David, oder ein Messias, der die ganze Menschheit wieder zum wahren Frieden bringen wird.

(iv) Die vierte Beschreibung von Gott ist: Er ist der Gott, der über den Cherubin thront. Die Cherubinen sind die Engel, die Gott im Himmel Ehre, Lob und Anbetung geben. Gott ist auch der Gott Zebaoth – das sind die Engel der himmlischen Heerscharen, die Gottes Befehle ausführen. Nein, Gott ist nicht der nette Weihnachtsmann, der uns zu Weihnachten Geschenke bringt, wie wir es uns wünschen. Gott ist auch nicht irgend eine Idee, eine unbekannte Macht, sondern ER ist der Gott des Himmels und der Erde. Wenn ER ein Wort spricht, so geschieht’s. ER sitzt in der kosmischen Zentrale und regiert im ganzen Universum.

Deswegen weiß der Beter: wenn Gott sich wieder gnädig zu uns wendet, dann wird uns geholfen. Nein, nicht Trump, Putin oder Präsident Xi von China haben das letzte Sagen. Nein nicht die Großfirmen wir BlackRock, Tesla, Pharma (Medizin) oder Künstliche Intelligenz werden die Zukunft steuern, sondern wenn Gott aufsteht, dann wird uns geholfen werden.

Sehen wir, liebe Gemeinde, wie der Beter nicht gegen die Feinde betet, sondern für Gott. Zugegeben, wir dürfen, wie in anderen Psalmen, durchaus auch Wut und Rachegefühle gegen Feinde aussprechen und Gott bitten, dass ER böse Menschen eliminieren möge, aber die erste Bitte ist: Gott, wende dich zu uns! Dann wirst du auch für uns streiten und das Böse hantieren – und dann kann der Weinstock wieder aufblühen.

(d) Ich komme zu dem letzten Punkt, der mir auffällt, wenn ich diesen Psalm lese. Die Beschreibung der Vergangenheit weckt die Hoffnung auf eine gute Zukunft. Man achte auf, wie die Bitten begründet werden: Weil DU, Gott, das in der Vergangenheit so-und-so gemacht hast, darum habe ich auch die Bitte, dass DU, Gott, dass auch so-und-so in der Zukunft machen kannst.

Hier habe ich ein Geschichtsbuch von unserer Gemeinde Lüneburg – 150 Jahre Jubiläum. Der Geschichtskries soll uns weiter helfen, unser kollektives Gedächtnis wach zu halten. Es sind Erzählungen von einzelnen Menschen, und dennoch ist es die Geschichte Gottes.

Der Psalm denkt über eine 1000 Jahre lange Geschichte und erkennt: Immer wieder hat Gott sein Volk aufgerichtet; immer wieder geholfen – so vertraue ich auch, dass ER es auch in Zukunft tun wird. Du wirst in deinem Leben zurück schauen und die Spuren Gottes in deinem Leben erkennen.

Vier Mal wird in diesem Psalm der Aufruf gehört: Gott, wende dich doch wieder zu uns, so wird uns geholfen! Wie oft noch werden wir rufen: Herr, erbarme dich!?

Das ist der Glaube, der sich an Gott klammert und nicht loslässt. Wie Jakob in der Nacht beim Jabbok-Fluss kämpfte und den unbekannten Mann festklammert und ruft: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn! Und in den grauen Morgenstunden wurde Jakob gesegnet; er bekam einen neuen Namen. Der unbekannte Mann, der Gott selbst darstellte sagte: Du sollst nicht mehr Jakob heißen, sondern Israel. Israel bedeutet: du hast mit Gott gerungen und hast gesiegt. Du hast Gott überzeugt mit deinen Herzensverlangen.

Und das ist die rechte Haltung in unserer Adventszeit. Jesus sagt: in der letzten Zeit werden schlimme Dinge passieren – Zeichen am Himmel, an Sonne, Mond und Sterne, und den Menschen wird Angst werden, aber seid getrost, ICH habe die Welt überwunden.

Dieser Psalm spricht die Bitte aus: Herr, sende doch den Sohn deiner Rechten. Und Jesus ist die Antwort auf diese Bitte: Gott hat seinen Sohn gesandt, um den Feind: Sünde, Tod und Teufel zu überwinden durch Kreuz und Auferstehung. Seine Macht erstreckt sich viel weiter als der Weingarten Israels damals. Sein Machtbereich erstreckt sich über Himmel und Erde.

Kurz vor dem Jesus sichtbar aus dieser Erde ging, sagt ER nochmal seinen Jüngern: Weil das SO ist, weil mir alle Macht im Himmel und auf Erden gegeben wurde, darum geht hin in aller Welt, macht zu Jüngern alle Völker. Und wir dürfen hinzufügen: und betet für die Welt. Wie sollen wir beten? Psalm 80 führ uns ein in das Gebet in der Adventszeit.

Ich erinnere mich an einen Schulabschlussgottesdienst in Pretoria bei der deutschen Schule. Dort war ein treuer Mitarbeiter, der Zeugnis gab an dem Tag. Er erzählte: In dem vergangenen Jahr hatte mich der Herr durch tiefe, dunkle Täler geführt. Seine Frau hatte einen Gehirntumor, ein Gewächs, dass, wie die Ärzte ihn vorbereiteten, gewiss zum Tod führen würde. Eine Gebetsgruppe trug dieses Ehepaar durch Monatelange Operation und Behandlung – und die Frau wurde wieder ganz gesund. Nein, sagte der Mitarbeiter, nicht die Heilung ist der eigentliche Grund meiner Dankbarkeit, sondern dass mich Gott getragen hatte. Er hat Gottes Nähe erfahren – und das war gut, obwohl es schlecht ging.

In Joh 15:5 sagt Jesus:  Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viele Frucht, denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Am Weihnachtsfest hören wir wieder die Botschaft: Gott kam in diese unsere Welt. ER sitzt nicht nur auf dem Thron über den Cherubin, sondern wurde Mensch. Er sagte nicht: Ach schame, die armen Leute, sie sollten ja sich bekehrt haben, aber nun hat mein Gericht sie gefressen. Nein, Gott kam in Jesus mit in sein eigenes Gericht und nahm es auf sich. Durch seine Wunden sind wir geheilt.

Advents ist Zeit zum Gebet, und Weihnachten und Golgatha ist Gottes Antwort.

Wir beten mit Jeremia 17:14 Heile du mich Herr, so werde ich heil. Hilf du mir, so ist mir geholfen. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, bewahre eure Herzen und Gedanken in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.


02. Sonntag im Advent (Der kommende Erlöser)

Wochenspruch

Seht auf und erhebt eure Häupter,weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Introitus – Nr. 2 (Lukas 21, 28; Psalm 80, 2 – 3)

Epistel

So seid nun geduldig, liebe Brüder, bis zum Kommen des Herrn. Siehe, der Bauer wartet auf die kostbare Frucht der Erde und ist dabei geduldig, bis sie empfange den Frühregen und Spätregen. Seid auch ihr geduldig und stärkt eure Herzen; denn das Kommen des Herrn ist nahe.

Jakobus 5, 7 – 8

Hauptlied

Ihr lieben Christen, freut euch nun 74

Evangelium

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dieses anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis es alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Lukas 21, 25 – 33


liturgische Farbe: violett

Festzeit: Adventszeit

Wochenspruch: Lk 21,28

Wochenpsalm: Ps 80

Eingangspsalm: Ps 24

Epistel: Jak 5,7-8

Evangelium: Lk 21,25-33

Predigttext: Jes 63,15-16 (17-19a) 19b; Jes 64,1-3

Wochenlied: 6


Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = IV). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).


I(Evangelium): Lk 21,25-33

II: Jak 5,7-8

III: Mt 24,1-14

IV: Jes 63,15-16 (17-19a) 19b; Jes 64,1-3

V: Jes 35,3-10

VI: Offb 3,7-10