Predigt | Invokavit (Der Herr über die Versuchung) 2025

Diese Predigt zeigt, wie Jesus als Hohepriester unser Fürsprecher ist und uns in allen Nöten Gnade und Hilfe zur rechten Zeit gewährt.

14Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, darum lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. 15Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. 16Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit. Hebräer 4:14‑16

Liebe Gemeinde,

16Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.

Wie gut, wenn man einen Anwalt hat, einen Advokaten, einen, der vor Gericht für dich eintreten kann. Darauf hatte ich in der Beichtansprache etwas ausgebreitet. Wir alle freuen uns, wenn jemand für uns aufsteht und unsere Sache vertritt.

Nehmen wir noch ein Beispiel: Du bist total bei der Bank verschuldet. (einige von euch waren Freitag bei einem Baquet, wo euch die FNB-Bank gedankt hat, dass sie euer Geld verwalten). Und wenn da Schulden sind, dann sind da Schulden, die müssen bezahlt werden, und die Zinsen fressen dich auf, und du kommst da nicht raus. Gesetz den Fall, dass dein Sohn in die gleiche höhere Klasse geht, wie der Sohn des CEO der Bank, wo du deine Schulden hast. Und die beiden sind gut befreundet. Und dein Sohn erzählt diesem Freund, was du alles durchmachst, nicht schlafen kannst, zwei Jobs tust, usw. Und dieser Sohn des CEO kommt zu seinem Vater und bittet Zeit, erklärt die ganze Lage und bittet für dich: kannst du, Papa, diesem verschuldeten Mann ein bisschen entgegenkommen, einen Plan zu machen? Und der CEO, der Vater erklärt seinem Sohn: Das mach ich. Wir haben ein Spezialen Fonds, woraus wir bestimmten Menschen helfen können. Und hier sind R 10k – der Vater von deinem Freund soll mal einkaufen gehen, damit die Familie erst mal um die Runde kommt. Sag deinem Freund, er soll seinem Vater sagen: nächstes Mal soll er direkt zu mir kommen. Wow, das wäre doch eine Glücksgeschichte, oder?

Fast SO ist unser Hebräerbrief zu verstehen: Er schreibt seinen Lesern: Ihr könnt direkt zum CEO von Himmel und Erde gehen. Der Gott des Kosmos hat schon einen Plan bereit, wenn ihr mit euren Anliegen zu IHM kommt. Der Sohn des CEO legt nicht nur ein gutes Wort für euch ein, sondern ER ist der Plan des CEO. Jesus Christus ist von Gott gesandt, um die Schulden aller Menschen aller Zeiten an allen Orten zu hantieren. ER kann dich zu Gott bringen. ER kann alle deine Schulden hantieren. Mehr noch: ER hilft dir von nun an, durch alle Versuchungen zu kommen. ER zeigt dir den Weg zum wahren Erfolg. Und am Ende deines irdischen Lebens wird ER dich mit in seine himmlische Herrlichkeit erheben. Wow, das ist doch eine Erfolgsgeschichte! nicht wahr?!

Nun gebraucht der Schreiber des Hebräerbriefes nicht das Wort „Advokat“ oder „Rechtsanwalt“ – obwohl diese Funktion des Jesus auch oft vorkommt – sondern er braucht das Wort „Priester“: Wir haben einen Priester, der für uns einsteht. Und dieser Wortschatz nimmt uns in den Kontext des alttestamentlichen Judentums. Da hätten wir schon ein Monat-langes Studium nötig, was wirklich der Mühe wert wäre. Ich habe zu Hause mehrere dicke Bücher, wo bis ins Detail erklärt, was ein Priester tut, seine Kleidung, die Rituale, usw. Die Funktion des Priesters war unter anderem: das Volk zu unterrichten und zu lehren – die Gebote und Vorschriften, Moral und dann natürlich die Bedeutung der religiösen Feste und Gesetze. Dafür gab es einen ganzen Stamm unter den 12 Stämmen Israel – die Leviten (zur Hilfe waren da auch die Schriftgelehrten).

Aber die Hauptfunktion des Prieser war der Tempeldienst, um die Gottesdienste zu hantieren, die Ordnungen einhalten, usw.. und um für das Volk Opfer bringen. Mit dem Opferkult wurden verschiedene Sünden der einzelnen Menschen hantiert. Das Opfer kostete was. Ja, für bestimmte Sünden forderte Gott sogar das Leben eines Menschen. Es sind Totsünden, wo nur das Leben eines Menschen Wiedergutmachung bringen konnte. So ließ Gott es jedoch zu, dass stellvertretend für den Menschen, ein Tier getötet werden konnte. Deswegen sollten die Menschen, die das Opfer bringen, auch einen Teil von dem Fleisch essen – man identifiziert sich mit dem Opfertier.

Ein Priester bringt also die Opfer und Gebete von den Menschen zu Gott. Und ein Priester vermittelt das Wort Gottes und den Segen von Gott zu den Menschen. Hebräerbrief beschreibt die Priester des Alten Testament ziemlich abwertend. Er schreibt: diese Priester waren Menschen, die selbst sündig waren – sie müssen erstmal für sich selbst Opfer bringen. Und für jede neue Sünde musste ein neues Opfer gebracht werden; und man kann niemals sicher sein, ob nun wirklich alle Sünden abgedeckt waren.

Und dann gab es noch einen Hohenpriester, der die Funktion hatte, für das ganze Volk ein mal im Jahr ein Volksopfer zu bringen. Am großen Versöhnungstag tritt der Hohepriester in das Allerheiligste des Tempels, hinter einem dicken Teppich, abgegrenzt vom Rest des Heiligtums: Zutritt für alle verboten. Dort, wo die Bundeslade steht, die Gottes Gegenwart repräsentiert, dort durfte nur der Hohepriester hineingehen, um Versöhnungsblut zu Gott zu bringen. (Nur so nebenbei: Man sagt, dass unten am Gewandt einige kleine Glocken befestigt waren, sodass man immer hören konnte, ob der Hohepriester noch hin und her geht. An seinem Fuß war ein Tau festgebunden, dessen Ende bis vor den Teppich ging. Wenn der Hohepriester nicht alles richtig machte, hatte Gott mit dem Tode gedroht. Also sollte es sein, dass der Hohepriester dort im Allerheiligsten tot umfällt, dann konnte man ihn mit dem Tau wieder rauszeihen, denn kein anderer durfte das Allerheiligste betreten.)

Die Leser des Hebräerbriefes kannten diese Rituale; sie wussten, wie ernst Gottes Heiligkeit gemeint war und mit welcher schrecklichen Ehrfurcht man IHM begegnen sollte. Und nun erklärt Hebräerbrief: Wir haben einen Hohenpriester, der tausend Mal besser ist als irgendetwas, was es je gab. Dieser unser „mega“, super, erhabene Hohepriester ist Jesus Christus. Nun folgt eine lange Liste, warum Jesus viel besser war als alttestamentliche Priester.

Jesus Christus war sündlos – ohne Bedenken kann ER freimütig vor Gott treten. Jesus war und ist wahrer Gott und wahrer Mensch. Er hat alle himmlischen Eigenschaften und alle menschlichen Eigenschaften (mit Ausnahme der Sünde). Jesus hat sich selbst als Opfer gebracht. Jesus geht ein in den himmlischen Tempel, wo tatsächlich Gott selbst ist. Also, wo der Tempel in Jerusalem nur die Gegenwart Gottes repräsentiert, ist Jesus direkt im Himmel vor Gott getreten. Sein Opfer hat die Qualität und Kraft alle Sünden aller Menschen von allen Zeiten ein für alle Mal zu versöhnen.

Und dazu noch, gerade weil Jesus wahrer Mensch war, kennt ER sich in allen menschlichen Bereichen aus. Er weiß um die Ursache von Sünde und Schuld. Er weiß, warum Menschen böses denken und tun, denn ER selbst ist in allem versucht worden, wie wir – doch ER blieb ohne Sünde. Das qualifiziert IHN, als wahrer Hohepriester für uns bei Gott einzustehen. Weil Jesus versteht, kann ER unsere Anliegen und Gebete vor Gott auf rechter weise formulieren und die Hilfe bringen, wie wir wirklich brauchen.

Hier mag vielleicht jemand zweifeln und fragen: Was, hat Jesus wirklich alle menschlichen Versuchungen durchgemacht? Jesus war z.B. niemals schwanger – wie soll Jesus wissen, wie es ist, schwanger zu sein? Jesus war niemals drogenabhängig – wie soll Jesus wissen, mit welchen unbeschreiblichen Kämpfen solche verstrickten Menschen zu haben? Jesus war niemals Präsident oder Chef einer Firma – wie soll Jesus wissen, welchen Versuchungen so jemand in der Machtposition steht, um die Macht zu missbrauchen? Deine Bedenken könnten zweifeln: Versteht Jesus wirklich?

Die Bibel erklärt: alle Arten der Versuchungen hat Jesus an seinem eigenen Leib durchgemacht. Nein, Jesus hat nicht alle Situationen erlebt; die Umstände sind jeweils unterschiedlich, aber alles – wie das Buch Prediger sagen würde: alles „unter der Sonne“, alle Sinnlosigkeit, allen weltlichen Reichtum und Entertainment, alle Krankheiten und alles, alles hat ER an sich herangelassen. Und blieb doch ohne Sünde! An IHM ist die Macht der Versuchung zerschellt.

Der Hebräerbrief schreibt: Jesus versteht dich durch und durch. Niemals kann ein Mensch sagen: niemand versteht mich. Doch, EINER versteht dich immer. Auch in deiner letzten Todesnot wird Jesus bei dir sein und dir ins Gewissen sagen: „Halte dich an mich; ICH trage dich auch hier durch dieses Tal des Todesschatten hin zur himmlischen Herrlichkeit. Ich bringe dich zu Gott!“

Hebräerbrief sagt: Weil wir nun einen super Hohenpriester haben, der alle Himmel und alle Höllen durchschritten hat; weil wir einen Hohenpriester haben, der wirklich versteht und Gott und Mensch wieder zusammenbringt für Zeit und Ewigkeit. Darum … eins, zwei, drei.

Darum (1) Lasst uns festhalten am Bekenntnis. Dieses Bekenntnis ist unsere Überzeugung und unser Zeugnis, wer Jesus ist und was ER für uns getan hat: Jesus Christus ist der Kyrios, der Herr, mein Herr und mein Gott. Und wir dürfen sicherlich auch das gebräuchlich Apostolische Glaubensbekenntnis hinzufügen, in der die ganze Christenheit auf Erden sich zu dem Drei-einigen Gott bekennt. Und wir Lutheraner dürfen bestimmt auch unsere CA (Confessio Augustana) hinzufügen, worin wir den wahren Glauben formulieret finden. Lasst uns festhalten an Christus selbst!

Darum (2) Lasst uns mit aller Zuversicht zu Gott treten. Hebräer sagt noch: … zu den Gnadenthron – das ist der Deckel der Bundeslade im Allerheiligsten des Tempels, die Gegenwart Gottes. Wir dürfen hinzufügen: kommt zum Gottesdienst! Gott ist gegenwärtig, Gott ist hier in unserer Mitte – da ist das Wort und sind die Sakramente, durch die Gott uns heiligt und erneuert. Hier ist der Lobpreis, das Gebet und sind unsere Dankopfergaben, die wir Gott bringen. Und was wir hier im Gottesdienst üben, lasst uns auch tagtäglich üben durch unsere Stille Zeit, Andacht lesen, Gebet, Lobpreis und guten Werke. Gott will sich alle möglichen Weise dich offenbaren als dein lebendiger Vater.

Und Darum (3) Lasst uns Hilfe empfangen zur rechten Zeit. Wenn wir da draußen im Alltag allen Versuchungen bloßgestellt werden, wenn wir in Not geraten – entweder ist es Not, die wir selbst verursacht haben oder Not, die einfach über uns kommt. Lasst uns IHN anrufen – ob wir selbst gesündigt haben oder andere sich an uns versündigen: Lasst uns Hilfe empfangen!

Und hier müssten wir ein neues Kapitel besprechen mit der Überschrift: die Kraft des Gebetes. Fast jedes Buch der Bibel verweist auf das Gebet, das Gespräch mit Gott, das lebendige Verhältnis mit dem himmlischen Vater, den verherrlichen Sohn und den kraftvollen Heiligen Geist. Wer allein schon alles hantieren kann, brauch ja nicht beten. Aber wir erkennen und bekennen: Wir brauchen deine Hilfe, Gott, und DU hast versprochen, dass du nicht nur verstehst, sondern auch Beistand und Rettung schenkst. Allerdings für wir hinzu: Dein Wille geschehe, Herr, zu deiner Zeit, auf deine Weise. Oder wie jemand mal gesagt hat: Gott kommt nicht immer zu DER Zeit, die wir erwarten, aber ER kommt immer zur rechten Zeit.

Hebräer fasst zusammen: 16Darum lasst uns freimütig hinzutreten zu dem Thron der Gnade, auf dass wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden und so Hilfe erfahren zur rechten Zeit.  Halleluja! Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als aller Verstand, bewahre und halte unsere Gedanken und Herzen in Christus Jesus, unser wahrer Hohepriester. Amen.


German

Diese Predigt (Hebräer 4:14–16) verdeutlicht, wie Jesus Christus unser vollkommener Hohepriester ist. Er hat alle Himmel durchschritten und war in allem versucht wie wir, blieb aber sündenlos. Deshalb können wir zuversichtlich zum Thron der Gnade treten und Hilfe zur rechten Zeit empfangen. Für Lutheraner zeigt dies, dass Christsein nicht nur ein Regelwerk ist, sondern eine Einladung zum Vertrauen auf Jesu Fürsprache. Er versteht unsere Schwächen und bringt uns mit Gottes Barmherzigkeit in Berührung.

English

This sermon (Hebrews 4:14–16) highlights Jesus Christ as our perfect High Priest, who has ascended through the heavens and experienced every temptation yet remained sinless. Because of this, we can confidently approach the throne of grace and receive timely help. For Lutherans, it underlines that the Christian life is not about merely following regulations, but about trusting Jesus’ intercession. He knows our frailty and leads us to God’s mercy.

Afrikaans

Hierdie preek (Hebreërs 4:14–16) beklemtoon dat Jesus Christus ons volmaakte Hoëpriester is, wat deur die hemele gegaan het en in alles versoek is, maar sonder sonde gebly het. Daarom kan ons met vrymoedigheid na die genadetroon gaan en hulp op die regte tyd ontvang. Vir Lutherane wys dit dat die Christelike lewe nie net oor reëls gaan nie, maar oor ’n diep vertroue in Jesus se voorspraak. Hy verstaan ons swakhede en bring ons in aanraking met God se barmhartigheid.


Beichte

14Lasst uns also festhalten an der Hoffnung, zu der wir uns bekennen. Wir haben doch einen überragenden Obersten Priester, der alle Himmel durchschritten hat und sich schon bei Gott, im himmlischen Heiligtum, befindet: Jesus, den Sohn Gottes.

15Dieser Oberste Priester ist nicht einer, der kein Mitgefühl für unsere Schwächen haben könnte. Er wurde ja genau wie wir auf die Probe gestellt – aber er blieb ohne Sünde. 16Darum wollen wir mit Zuversicht vor den Thron unseres gnädigen Gottes treten. Dort werden wir, wenn wir Hilfe brauchen, stets Liebe und Erbarmen finden.

Gute Nachricht Übersetzung 2018

Liebe Gemeinde,

wir gut, wenn man einen Anwalt hat, der dich verteidigen kann, jemand, der für mich aufstehen kann. Ihr habt sicherlich alle ähnlichen Geschichten; ich erzähle mal kurz eine von meinen.

In meiner Militärzeit als junger Mann hatte ich ein kleines 200cc Motorrad. Es geschah, dass eines Freitagnachmittags ich in der Hauptverkehrszeit nach Hause fuhr im Verkehr. Die Ampeln sind ja synchronisiert, manchmal fließt der Verkehr, manchmal nicht. Ein leichter Regenschauer befeuchtete die Teerstraße. Da machte das Auto vor mir eine Vollbremse, stand still. Ich ziehe alle meine Bremsen aber das Motorrad schlitterte dem Auto entgegen. Da warf ich mein Motorrad hin – war ja sowieso niedrige Geschwindigkeit. Es krachte laut, wie mein Windschutz-Plastik knackste. Ich lag zwar auf den Boden flach aber geschafft – kein weiterer Schaden.

Der Fahrer von dem Auto jedoch stieg aus, und das erste, was er mich auf den Boden fragte, war: Was ist deine Nummer? Ich stöhnte noch, rappelte mich auf und fragte zurück: was willst du mit meiner Nummer – du fährst die Richtung weiter und ich da; da ist ja nichts bei dir. Immerhin Nummern ausgetauscht und wir sind beide weg. Zum Glück hatte ich dennoch die Mühe gemacht, einen Polizeibericht zu schreiben mit „case-number“ für Versicherung.

Einen Monat später bekomme ich einen Anruf – behalte ich noch das Unglück? Ja, behalte ich. Die Anklage folgt: Ja, es kostet soundso viel tausend Rand. Ich sage: Was, ich hatte dich ja gar nicht getroffen, und und und…  Er verdrehte mir fast jedes Wort im Mund; rief mich fast täglich an, sodass nichts ausrichten konnte. Ich ging zum Militäradvokaten. Ich legte ihm meine und des anderen Kerls ganzen Papiere vor. Er lächelte. Es war ihm sofort klar, dass der Autofahrer mich für ganz anderen Schaden zahlen lassen wollte (neue Stoßstange, Kratzer an der Seite, usw.) Der Advokat hob das Telefon hoch, stellte sich freundlich vor, fragte nach seiner Version des Geschehens und verwies auf alle Widersprüche in den Berichten, Kostenanschläge und Reparaturarbeiten. Er redete immer erregter mit einigen steigerten Wortschatz und drohte dem Autofahrer heftig mit kräftigen Gegenanklagen, usw. … Das war der letzte Anruf, den ich bekam.

Wie gut ist es, wenn jemand für dich aufstehen kann, die Autorität und die Fähigkeiten hat, dich aus schwierigen Lagen herauszuhelfen.

Wie gut, dass wir einen Anwalt haben, der vor Himmel und Hölle uns verteidigen kann: Jesus Christus. Dem Teufel als Ankläger hat Jesus das Maul gestopft. Gegenüber der Anklage des Gesetzes Gottes hat ER Sühne gezahlt – die Schuld ist ausgeglichen. Die Trennung zwischen Gott und Mensch hat ER überwunden. Er bringt Himmel und Erde wieder zusammen.

Und zwar nur ER! Kein anderer menschlicher oder geistlicher Vermittler qualifizierte dafür, dieses Versöhnungswerk zu tun. Dazu hatte Jesus von seinem Vater den Auftrag bekommen, dieses Werk zu tun. Und er tat es – ER hat alle Himmel durchschritten und alle höllischen Qualen durchgemacht. ER ist der wahre Advokat, Vermittler, Hohepriester.

Zu seiner grundlosen Barmherzigkeit lasst uns fliehen und rufen: Jesus, ich kann nichts ausrichten gegen die Anklagen des Teufels, des Gesetzes und mein eigenes Gewissen. Und zur rechten Zeit empfangen wir Gnade und Hilfe, schreibt Hebräer.

Es wäre eine Unehre gegenüber Gott und Christus, wenn wir nicht von IHM Gebrauch machen. Er kann unser Gewissen zum Schweigen bringen. Er erfüllt das Gesetz. Er vertritt uns beim Vater.

Darum wollen auch wir IHM unsere „Schwächen“ bekennen und von IHM Hilfe erfahren in den befreienden Worten: Dir sind deine Sünden vergeben! Amen.

 


INVOKAVIT (Der Herr über die Versuchung)

Wochenspruch

Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre. 1. Johannes 3, 8b

Introitus

Nr. 21 (Psalm 91, 15 u 16a. 1)

Epistel

Weil wir einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.

Hebräer 4, 14 – 16

Hauptlied

Ein feste Burg ist unser Gott 242
Ach bleib mit deiner Gnade 253

Evangelium

Jesus wurde vom Geist in die Wüste geführt, damit er von dem Teufel versucht würde. Und da er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, hungerte ihn. Und der Versucher trat zu ihm und sprach: Bist du Gottes Sohn, so sprich, dass diese Steine Brot werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht”. Da führte ihn der Teufel mit sich in die heilige Stadt und stellte ihn auf die Zinne des Tempels und sprach zu ihm: Bist du Gottes Sohn, so wirf dich hinab; denn es steht geschrieben: „Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben; und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.” Da sprach Jesus zu ihm: Wiederum steht auch geschrieben: „ Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.” Darauf führte ihn der Teufel mit sich auf einen sehr hohen Berg und zeigte ihm alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit und sprach zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du niederfällst und mich anbetest. Da sprach Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! denn es steht geschrieben: „ Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.” Da verließ ihn der Teufel. Und siehe, da traten Engel zu ihm und dienten ihm.

Matthäus 4, 1 – 11


liturgische Farbe: violett

Festzeit: Fastenzeit

Wochenspruch: 1. Joh 3,8b

Wochenpsalm: Ps 91

Eingangspsalm: Ps 34

Epistel: Hebr 4,14-16

Evangelium: Mt 4,1-11

Predigttext: 1. Mose 3,1-19 (20-24)

Wochenlied: 362 und 347

Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).

I(Evangelium): Mt 4,1-11

II: Hebr 4,14-16

III: 1. Mose 3,1-19 (20-24)

IV: 2. Kor 6,1-10

V: Lk 22,31-34

VI: Jak 1,12-18