Das Leben im Licht
Die Predigt thematisiert das Leben der Gläubigen vor und nach ihrer Bekehrung zu Christus. Paulus erinnert die Gemeinde in Ephesus daran, dass sie einst in der Finsternis lebten, gefangen in sündhaftem Verhalten, das sie von Gott trennte. Jetzt, in Christus, sind sie jedoch Kinder des Lichts und sollen entsprechend dieser neuen Identität leben, indem sie gute Werke tun, Gerechtigkeit üben und die Wahrheit sprechen. Die Predigt lehrt, dass wir als Kinder Gottes dazu berufen sind, als Licht zu wandeln, in Liebe und Dankbarkeit zu leben und unsere Zeit weise zu nutzen, um Gottes Licht in einer dunklen Welt zu sein.
1So ahmt nun Gott nach als geliebte Kinder 2und wandelt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch.
3Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört, 4auch nicht von schändlichem Tun und von närrischem oder losem Reden, was sich nicht ziemt, sondern vielmehr von Danksagung. 5Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das ist ein Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. 6Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. 7Darum seid nicht ihre Mitgenossen.
8Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts; 9die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. 10Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, 11und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. 12Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. 13Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; 14denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
15So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise, 16und kauft die Zeit aus, denn die Tage sind böse. 17Darum werdet nicht unverständig, sondern versteht, was der Wille des Herrn ist. 18Und sauft euch nicht voll Wein, woraus ein unordentliches Wesen folgt, sondern lasst euch vom Geist erfüllen. 19Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. 21Ordnet euch einander unter in der Furcht Christi.
Herr, heilige uns in deiner Wahrheit; dein Wort ist die Wahrheit. Amen.
Liebe Gemeinde,
„Wach auf, der du schläfst und steht auf von den Toten“ – ist kein Zitat aus dem Alten Testament, sondern wird wohl eine Redewendung gewesen sein. Vielleicht ähnlich wie wir sagen würden: „Nun wird mal wach, Kerl / Mädel, du weißt offensichtlich nicht, was los ist.“ Oder vielleicht, so sagen die Leute mit den dicken Brillen, die Bibelkenner, es könnte ein bekanntes Lied gewesen sein, vielleicht sogar ein Kirchenlied, das alle kannten, wie wir z.B. singen: „Wachet auf, ruft uns die Stimme …“.
Jedenfalls wortwörtlich klingt es ein bisschen krass, nicht wahr? Wenn ich nun zu euch sage: „Liebe Leute, wacht mal endlich auf; ihr seid wie tot; ändert euer Leben!“ Dann werdet ihr wahrscheinlich denken: „Wovon spricht der Pastor? Wir schauen doch täglich die Nachrichten; wir sind gebildet; wir sind zivilisiert; wir tun unsere Arbeit. Wir sind sogar in der Kirche. Wovon redet der Apostel?“
Dann nochmal ganz klar: Sünde ist Zerstörung! Sünde ist wie Gift für die Menschheit! Sünde ist Trennung von Gott und Gericht. Sünde ist der Tod. Sünde ist Verdammnis in die Hölle!
Ist hier jemand unter uns, mich eingeschlossen, der keine Sünde hat? Jetzt klingt das schon ernster, nicht wahr? Sünde ist alles, was gegen Gottes guten Willen geht. Sünde ist auch das Nicht-tun vom Guten – also, wenn ich was Gutes tuen sollte und habe es nicht getan, auch das ist Sünde. Paulus geht noch einen Schritt weiter: ich bin in meinem ganzen Wesen Sünder. Da ist gar keine Chance, dass ich vor irgendwie vor Gott auch etwas Gutes vorweisen könnte. Genau so beginnt er diesen Paragraphen: früher wart ihr Finsternis. Also nicht nur: früher habt ihr irgendetwas falsches gemacht, sondern: ihr seid Finsternis!
Und das betrifft alle Menschen ohne Gott. Das ist eine radikale Beurteilung dieser Welt. Und das tut weh, das zu hören. Und dennoch ist es heilsam, denn nun spricht Paulus von der großen Wende, die er selbst erlebt hat: nun aber, in Christus seid ihr Licht. Also wieder: nicht nur seid ihr ein bisschen besser; ich kann sehen, ihr gebt euch ein bisschen Mühe, auch so dann und wann was Gutes zu tun. Nein: ihr seid Licht!
Irgendwo haben wir das auch schon mal gehört, nicht wahr? Da sagte doch schon unser Herr Jesus Christus zu seinen Jüngern: Ihr seid das Licht der Welt (und Salz der Erde)! Stärker kann man diesen Kontrast wohl kaum ausdrücken: Früher wart ihr tot; jetzt aber lebendig in den Herrn! In euch pulsiert die Kraft des Auferstandenen Christus. Ihr habt die Power des Heiligen Geistes. Ihr seid die Auserwählten, Heiligen und Geliebten Gottes.
Das ist euer Status, eure Ehrenposition, die wir seit der Taufe empfangen haben. Als wir in den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft worden sind, da hat es begonnen. Da kam das Licht aus der Ewigkeit zu uns. Der Drei-einige Gott hat dich und mich in sich hineingenommen; wir sind in diesen Namen hineingetauft worden. Nun sind wir Licht. Halleluja.
Jetzt allerdings, wo das klar ist, nun geht Paulus über zu dem Aufruf: nun lasst auch das Licht leuchten! Nun werdet aktiv, praktisch, beweglich, und tut die Werke des Lichts.
Gestern und vorgestern hatte die Schule ein enthusiastisches Kricket-Tournament angeboten. Da dachte ich an den Vergleich: Gesagt den Fall, dass jemand zum Kricket-Team erwählt worden ist. Die Person kriegt die ganze Ausrüstung: ein Kricket-Brett, einen Helm, Schienbeinschützer, usw. Und wenn es nun soweit ist, setzt sich der Spieler einfach hin und schaut in den blauen Himmel; da passiert nichts. Was würden die Mitspieler ihm/ihr zurufen? Sie werden schreien: „Los, steh auf! Du bist jetzt dran. Du bist zugerüstet; du kennst alle Spielregeln; du kannst das Spiel für uns gewinnen!“
Und doch gibt es Christen in der Gemeinde, die sind durch Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht, Jugend und alle Veranstaltungen gegangen, die sind völlig ausgerüstet und die sich dennoch sagen: „Ich? Nö, da brauch ich doch nichts tun. Ich sitze lieber auf meinem Handy rum und spiele Computerspiele.“
In der Gemeinde zu Ephesus war es noch ein Grad schlimmer. Da sagten sich einige Gemeindeglieder: „Ich gehe mal eben zum Tempel der Diana, die Liebesgöttin. Oder ich mache einfach bei den heidnischen Festen mit wo es viel zu Essen und zu Saufen gibt. Ich tue, was alle anderen tun.“ Und sie dachten sich nichts dabei. Diese Christen rüttelt der Apostel Paulus und ruft ihnen zu: Wach auf, der du schläfst! Stehe von den Toten auf!
Und wenn du das tust, so wird dich Christus wieder erleuchten. Und du wirst erkennen: das Licht, das von Gott kommt, ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
So sind Menschen, die Licht sind – sie tun das Gute, sie setzen sich ein für Recht und Gerechtigkeit, und sie sprechen wahrhaftige Worte.
Da hat sich ein junges Pärchen gestern verlobt – herzlichen Glückwunsch. ☺ Und haben gesagt: wir warten bis zum großen Tag der Hochzeit; wir machen es nicht wie die Welt: erst miteinander schlafen, dann bei einander einziehen, und wenn’s nicht funktioniert, dann gehen wir eben wieder auseinander. Und wenn’s wir Lust haben, dann holen wir uns einen Pastor, oder auch nicht; wir können ja auch ohne Trauschein gut auskommen. Nein, wir Christen orientieren uns an Gottes Wort.
Da wurde heute ein Kind getauft. In meinen Gedanken sehe ich den Vater oder die Mutter nachts aufstehen, hin und her laufen, um ein schreiendes Kind zu beruhigen. Warum diese Aufopferung, diese Hingabe? Das ist mehr als nur Mutter-Instinkt, sondern die Eltern leben bewusst von Gottes Hand. Auch wenn das Kind behindert ist, wie so manche unter uns, ist es Gottes Ebenbild, voller Würde und Wertvoll. Von Gott uns anvertraut. Wie Gott mein Vater ist, so bin ich meinem Kind ein Vater, eine Mutter und bringe ihm Gottes Liebe. Seht, so leuchtet das Licht – lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Da sehe ich, wie die Kirche renoviert wurde, wie jemand sich Tag für Tag, Woche für Woche einsetzt, oder Schülerheim, oder sonstige Arbeitstage hier auf dem Gelände, Jahr für Jahr. Bald wieder Basar, oder bei uns Beerdigungsfeiern und sonstige Feste. Frage sie doch mal: Warum macht ihr das? Vielleicht einfach, weil der Psalm sagt: Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt. (Ps. 26:8) Wir sind alle lebendige Steine im Tempel Gottes.
Da sehe ich, wie sich eine alte Frau aufmacht und zum Demenz-Zentrum trippelt, einfach um mit den Schwachen zu singen und zu beten. Warum tust du das? „Ach,“ sagt sie: „Ich kann nicht pflegen oder Essen machen, aber ich kann ihnen die Nähe Gottes bringen. Und wenn ich in ihre Augen schaue, wie sie auf einmal nur so für ein paar Momente aufleuchten, dann sehe ich wenig die Augen meines Heilandes.“
Da sehe ich, wie junge Menschen sich einsetzen, die Feuer in der Gegend zu löschen. Man könnte ja denken: „Soll der andere doch selbst zurechtkommen; der hat schon wieder nicht die Regeln beachtet oder hat eben Probleme mit kriminellen Elementen; was geht’s mich an?“ Nein, wir helfen einander nicht nur weil wir in der Gemeinschaft voneinander abhängig sind, sondern weil wir von Gott gerufen sind. Auch wenn es dein Feind ist, der Schaden leidet, stehst du dennoch auf und hilfst, denn auch dein Feind soll erkennen: du gehst die zweite Meile; du tust die Werke Gottes.
Da sehe ich, wie Menschen sich zur Wahl stellen bei Schulen, Boerevereniging, Politik und Wirtschaft. Nicht, damit sie Ehre und Ruhm gewinnen, sondern weil sie den Ruf Gottes hören, um sich für Recht und Gerechtigkeit einzusetzen.
Da sehe ich, wie eine Gruppe Frauen beieinander reden. Und eine Dame legt so richtig los und schimpft über schlechten Service beim Laden und dies ist verkehrt und das ist nicht recht. Und eine andere Dame nimmt sie einfach in den Arm und sagt: „Es ist dir wohl alles bisschen viel geworden; ich will dir nur sagen: wir haben dich lieb.“ Und sie beginnt zu weinen und nach ein paar Minuten ist alles wieder gut. Wir merken: das Licht ist lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.
Und vieles, vieles geschieht im Verborgenen, wo niemand hinschaut, wo kein anderer es sieht. Es sind Lichtmomente, wo wir die Gemeinschaft der Heiligkeit Gottes erfahren – in den aufopfernden Liebesdiensten am Nächsten, in der Kultur der Gerechtigkeit, in den guten Worten des Mitchristen.
Ihr seid Licht, erinnert uns der Apostel in seinem Liebesbrief an die Gemeinde. Nun seid es auch weiterhin. Er schließt den Paragraphen ab: 19Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern, singt und spielt dem Herrn in eurem Herzen 20und sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als aller Verstand, bewahre und halte eure Herzen und Hände in Christus Jesus, unseren Herrn. Amen.
08. Sonntag nach Trinitatis (Früchte des Geistes)
Wochenspruch
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.
Epheser 5, 8b – 9
Introitus – Nr. 49 (Psalm 43, 3; Psalm 48, 2)
Epistel
Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.
Epheser 5, 8b – 14
Hauptlied
O gläubig Herz, gebenedei 384
Evangelium
Jesus sprach zu seinen Jüngern: Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten. Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Matthäus 5, 13 – 16
Afrikaans:
Die preek handel oor die kontrasterende lewenswandel van gelowiges voor en na hul bekering tot Christus. Paulus herinner die gemeente in Efese daaraan dat hulle eens in duisternis geleef het, vasgevang in sondige gedrag wat hulle van God geskei het. Nou, in Christus, is hulle egter kinders van die lig en moet hulle leef volgens hierdie nuwe identiteit.
Paulus beklemtoon die belangrikheid van goeie werke, geregtigheid en waarheid as die vrug van die lig. Gelowiges moet die onvrugbare werke van die duisternis afwys en eerder die werke van die lig openbaar maak. Hy waarsku teen die verleiding van leë woorde en herinner hulle daaraan dat God se toorn oor die kinders van ongehoorsaamheid kom.
Die preek leer ons dat ons as kinders van God geroep is om as lig te wandel, te lewe in liefde en dankbaarheid, en die tyd verstandig te gebruik. Ons moet ander aanmoedig met lofgesange en geestelike liedere, en God altyd dankbaar wees vir alles. Die oproep is om ons lewens te laat weerspieël wat Christus vir ons gedoen het, en om die lig van God in ‘n donker wêreld te wees.
German:
Die Predigt thematisiert das kontrastreiche Leben der Gläubigen vor und nach ihrer Bekehrung zu Christus. Paulus erinnert die Gemeinde in Ephesus daran, dass sie einst in der Finsternis lebten, gefangen in sündhaftem Verhalten, das sie von Gott trennte. Jetzt, in Christus, sind sie jedoch Kinder des Lichts und sollen entsprechend dieser neuen Identität leben.
Paulus betont die Bedeutung guter Werke, Gerechtigkeit und Wahrheit als Frucht des Lichts. Gläubige sollen die unfruchtbaren Werke der Finsternis ablehnen und stattdessen die Werke des Lichts offenbaren. Er warnt vor der Verführung durch leere Worte und erinnert daran, dass der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams kommt.
Die Predigt lehrt uns, dass wir als Kinder Gottes dazu berufen sind, als Licht zu wandeln, in Liebe und Dankbarkeit zu leben und die Zeit weise zu nutzen. Wir sollen andere mit Psalmen und geistlichen Liedern ermutigen und Gott für alles dankbar sein. Der Aufruf ist, unser Leben so zu gestalten, dass es widerspiegelt, was Christus für uns getan hat, und das Licht Gottes in einer dunklen Welt zu sein.
English:
The sermon addresses the contrasting lives of believers before and after their conversion to Christ. Paul reminds the church in Ephesus that they once lived in darkness, trapped in sinful behavior that separated them from God. Now, in Christ, they are children of light and must live according to this new identity.
Paul emphasizes the importance of good works, righteousness, and truth as the fruit of the light. Believers should reject the unfruitful works of darkness and instead reveal the works of light. He warns against the deception of empty words and reminds them that God’s wrath comes upon the children of disobedience.
The sermon teaches us that as children of God, we are called to walk as light, live in love and gratitude, and use our time wisely. We should encourage others with psalms and spiritual songs and be thankful to God for everything. The call is to let our lives reflect what Christ has done for us and to be God’s light in a dark world.
