Jeremia 20:7-13 – Sonntag Okuli, 23. März 2025
Diese Predigt (Jeremia 20:7–13) thematisiert den Propheten Jeremia, der in tiefer Verzweiflung an Gott klagt. Obwohl er verhöhnt und verfolgt wird, hält er an Gottes Auftrag fest und findet Trost in dessen Zusage, ihn nicht im Stich zu lassen. Wir lernen als Lutheraner, dass auch unser Leid in Gottes größerem Plan eingebunden ist und wir trotz allem auf seinen Beistand hoffen dürfen. Durch Jesus Christus erfahren wir denselben göttlichen Trost, der Jeremia durch seine dunkelsten Stunden trug.
1Als aber Paschhur, der Sohn Immers, der Priester, der zum Vorsteher im Hause des Herrn bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte, 2schlug er den Propheten Jeremia und schloss ihn in den Block am oberen Benjamintor, das am Hause des Herrn ist. 3Und am andern Morgen ließ Paschhur den Jeremia aus dem Block los. Da sprach Jeremia zu ihm: Der Herr nennt dich nicht Paschhur, sondern »Schrecken um und um«; 4denn so spricht der Herr: Siehe, ich will dich zum Schrecken machen für dich selbst und alle deine Freunde; sie sollen durchs Schwert ihrer Feinde fallen, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben; der soll sie wegführen nach Babel und mit dem Schwert töten. 5Auch will ich alle Güter dieser Stadt und allen Ertrag ihrer Arbeit und alle Kleinode und alle Schätze der Könige von Juda in die Hand ihrer Feinde geben; die werden sie rauben, mitnehmen und nach Babel bringen. 6Und du, Paschhur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und begraben werden samt allen deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt hast.
7Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. 8Denn sooft ich rede, muss ich schreien; »Frevel und Gewalt!« muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. 9Da dachte ich: Ich will seiner nicht mehr gedenken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, verschlossen in meinen Gebeinen. Ich mühte mich, es zu ertragen, aber konnte es nicht.
10Denn ich höre, wie viele heimlich reden: »Schrecken ist um und um!« »Verklagt ihn!« »Wir wollen ihn verklagen!« Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: »Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen.« 11Aber der Herr ist bei mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zuschanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden.
12Und nun, Herr Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust: Lass mich deine Rache an ihnen sehen; denn dir habe ich meine Sache befohlen. 13Singet dem Herrn, rühmet den Herrn, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!
14Verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin; der Tag soll ungesegnet sein, an dem mich meine Mutter geboren hat! 15Verflucht sei, der meinem Vater gute Botschaft brachte und sprach: »Du hast einen Sohn«, sodass er ihn fröhlich machte! 16Der Tag soll sein wie die Städte, die der Herr vernichtet hat ohne Erbarmen. Am Morgen soll er Wehklage hören und am Mittag Kriegsgeschrei, 17weil er mich nicht getötet hat im Mutterleibe, sodass meine Mutter mein Grab geworden und ihr Leib ewig schwanger geblieben wäre! 18Warum bin ich doch aus dem Mutterleib hervorgekommen, wenn ich nur Jammer und Herzeleid sehen muss und meine Tage in Schmach zubringe!
(Luther 2017)
Liebe Gemeinde,
Martin Luther sagt in der Vorrede zum Psalter von 1545: »Da siehst du allen Heiligen ins Herz, wie in schöne, lustige Gärten, ja wie in den Himmel, wie feine, herzliche, lustige Blumen darin aufgehen von allerlei schönen, fröhlichen Gedanken gegen Gott und seine Wohltat. Wiederum, wo findest du tiefere, kläglichere, jämmerlichere Worte von Traurigkeit, denn die Klagepsalmen haben. Da siehst du abermals allen Heiligen ins Herz, wie in den Tod, ja wie in die Hölle. Wie finster und dunkel ist’s da von allerlei betrübtem Anblick des Zornes Gottes. Auch wo sie von Furcht und Hoffnung reden, brauchen sie solche Worte, dass dir kein Maler die Furcht oder Hoffnung so abmalen könnte.«
Diese Beschreibung gilt es auch diesem Kapitel Jeremia 20 – die 5. Klage, als Poesie uns präsentiert, komponiert in der stillen Kammer des Propheten, aus dem Herzen, dass sowohl Gott als auch die Umwelt kennt. Jeremia war nicht der einzige Prophet seiner Zeit, der Gottes klare Gerichtsworte verkündigte, aber er fühlte sich allein, zutiefst einsam. So ergeht es jemanden, der, wie man in altdeutsch sagt: der an Gott irre geworden ist, der wie gegen eine feste Mauer rennt und nicht herausweiß aus seiner verzwickten Lage.
Israel war strategisch und politisch immer zwischen den Großmächten der Welt hin-und-her geworfen. Wenn z.B. Ägypten ihr Reich ausbreiten wollten in den Norden, dann liefen die Soldaten durch Israel. Wenn die nördlichen Staaten ihr Reich gen Süden ausbreiten wollten, dann marschierten das Militär durch Israel. Nur unter König David und Salomo konnte Israel einmal selbst Unabhängigkeit erringen – aber das ist schon lange her. Das kleine Land war ein Spielball zwischen den Großmächten.
So ähnlich wie ja heute Südafrika; die Politiker müssen sich entscheiden – gehen wir mit den Brick-Ländern, China und Russland, oder halten wir uns zu den westlichen Ländern, Amerika und Russland. Immer hin-und-her springen geht nicht. Und wenn Krieg droht, dann muss eine klare Entscheidung getroffen werden.
So hatten sich das Königshaus in Jerusalem eigentlich schon für Ägypten entschieden, aber Jeremia sagte ihnen: Babylon wird von Gott gesandt für euch als Strafe. Wenn ihr euch Babylon unterwerft, so werdet ihr am Leben bleiben. Da ärgerten sich die Politiker in Jerusalem über Jeremia: „Halt’s Maul, wir wollen dich nicht hören. Und höre auf, unseren Lebensstil zu kritisieren.“ Dazu auch die Priester und falschen Propheten wurden von Jeremia hart angesprochen – sie waren schuld daran, dass das ganze Volk in Abgötterei und Korruption verfiel. Auch sie wollten keine Zurechtweisung hören. … und das schon Jahre, Jahrzehnte lang.
Nicht jeder von uns muss immer gleich Gericht predigen. Doch, wir drohen schon mal unsere Kinder; manchmal müssen Arbeitsgeber zurechtgewiesen werden; manchmal muss auch ein Freund ein hartes Wort von dir hören, aber hier spürt ein Mensch die Folgen: Menschen verwerfen mich; die Leute hassen mich; sogar meine eigene Familie verwirft mich. Keiner hilft; niemand steht für mich auf. Ich kann nicht mehr.
Ja só ergeht es nicht nur den alten Propheten, den Psalmbetern, unseren Herrn Jesus selbst und seinen Jüngern, sondern so geht aus auch heutigen Predigern und in bestimmter Hinsicht Frauen und Männern, jeden Christ-gläubigen Gemeindegliedern. Nein, so hin-und-her gerissen muss ja nicht jeden Tag sein, aber es gibt Tage und Stunden, da willst du einfach nicht mehr, da sagst du dir selbst: Ich kann nicht mehr, ich will nicht mehr, ich höre auf, ich lasse mich fallen. Alles umsonst, alles Mist, alles vergeblich.
Da sehen wir also den Jeremia am Boden liegen. Da hat er gerungen, gestottert, vielleicht geschrien: “Herr, was willst du von mir? Lass mich in Ruhe. Jedes Mal, wenn ich aufstehe, überfallen mich Angst und Schrecken. Sie lauern auf mich, klagt Jeremia, wenn ich meinen Mund auftue, schreiben sie es auf, damit sie einen Gerichtsprozess gegen mich anhetzen können.”
Einen besonderen Gegner hatte Jeremia, der hieß Paschhur, ein priesterlicher Berater im Königshaus. Der hasste Jeremia und lies Jeremia in den Stock legen wegen seinen negativen Prophezeiungen. Der Stock war ein Holzklotz mit Löchern für den Kopf und Hände. So lag Jeremia eine ganze Nacht auf der Straße vor dem Stadttor zur verächtlichen Schau des Volkes. Und als Jeremia wieder freigelassen wurde, sprach er nicht zu diesem königlichen Diener: “Tut mir leid, dass ich sowas Negatives gesagt habe; ich will meine Sprüche für mich selbst behalten”, sondern Jeremia sagte ihm: “Du sollst nicht mehr Paschhur heißen – das bedeutet “der Freie Mann”, sondern du sollst “Schrecken um und um” heißen, denn Angst und Schrecken werden dich verfolgen und du wirst von den Feinden gejagt werden und in einem fremden Land sterben.”
Also genau das Gegenteil hatte Paschhur erreicht – Jeremia wurde noch viel schärfer mit seinen Gerichtsreden. Jeremia macht sich total unbeliebt bei Feinden und Freunden. Jahr für Jahr musste er warnen, drohen, Gericht ankündigen – ohne Erfolg, alles umsonst – so klagte auch Jesaja: Herr, wer glaubt unserem Worten? Jeremia denkt: Schluss damit. Ich schweige.
Doch dann wieder brannte es in seinem Gemüt wie Feuer: warum muss ich dieses reden? Sie stellen mir Fallen und trachten mir nach dem Leben. Gott, hör auf, mich zu plagen. Ich kann nicht mehr. Ich bin wie ausgeschüttetes Wasser, wie ein abgebranntes Feld, ein Witz fürs ganze Volk.
Jeremia, der klagende Prophet, der Knecht Gottes, der Vorläufer des Herrn Christus. Auch die Feinde Jesu werden kopfschüttelnd sagen: “Dumm bleibt dumm. Das hast du dir selbst verschuldet.”
Jeremia weiß, wohin mit seiner Klage. Er kennt seine Berufung und weiß, was Gott ihm gesagt hatte: Schon als du im Mutterleibe warst, habe ich dich abgesondert, dass du predigen musst. Und schon dem jungen Mann Jeremia hatte Gott ihm seine Gnade und Fürsorge zugesichert: „Geh, denn ich bin mit dir. Sprich zu dem Volk, denn es ist MEIN Wort. Und mein Wort wirkt!“ Es hat seit Beginn die ganze Schöpfung hervorgebracht. Gott spricht, und es geschieht! Das Wort baut auf und es reißt nieder, es macht herrlich und es zerschmettert. Und auch du, Jeremia, wirst es nicht aufhalten, so wie es in dir wie Feuer brennt, muss es ausgesprochen werden. Und wenn du sprichst, so geschiehts, Heil und Unheil, Gericht und Gnade kommen aus deinem Mund.
Prediger durch die Jahrhunderte und Jahrtausende sind sich dieses Los bewusst: des Herrn Wort múss verkündigt werden. Auch ich, Pastor Klaus, musste und werde es immer wieder lernen müssen, mich von keinem Erfolgserlebnis abhängig zu machen. Das Wort wirkt – und das ist genug.
Ich danke vielen von euch, die mir manchmal sagen: “Danke, das war eine gute Predigt; sie hat mir viel bedeutet.” Aber ich erwarte, dass auch irgendeinen Augenblick jemand aufspringen könnte und schimpft: “Halts Maul, du Affe. Ich kann das Gerede nicht mehr hören!”
Und wenn es passieren sollte, dann kann es entweder sein, was Paulus erklärt: “Der weltliche Mensch vernimmt nichts vom Geist Gottes; es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht begreifen.” Wenn der Prediger die Wahrheit aus lauterem Herzen in Liebe und Hingabe gepredigt hat und wird dafür beschimpft und verachtet, dann ist er gerufen, wie Jeremia oder wie unser Herr selbst, zu leiden und die Folgen auf sich zu nehmen.
Oder aber, es stimmt, dass ich mich selbst untersuchen muss, dass ich zugebe: solche Kritiker haben recht. Zu viele Prediger reden wirklich Unsinn und werden dafür verlacht.
Es gibt aber auch solche Prediger, die predigen aus in Eifersucht oder Selbstruhm. Wenn dann ihnen das Volk den Rücken zuwendet, dann ist es kein Leiden im Namen Jesu, sondern tatsächlich selbstverursachtes Leiden. Zu viele Prediger wollen herrschen – und wenn die Gemeinde ihnen nicht folgt, dann üben sie sich im Selbstmittleid und behaupten: ja, damals wollten sie ja auch nicht auf die Propheten hören. Sie meinen, man müsse doch hart bleiben. Und sie verwechseln Treue mit Sturheit, und gerechtes Leiden mit Selbstbefriedigung, denn, so sagen sie sich selbst: jeder, der was erreichen will, muss doch bisschen Widerstand aushalten, no pain no gain, denken sie.
Doch ich bin überzeugt, dass unser Herr auch ihnen nachgeht. Und wenn sich wirklich im Namen Jesu predigen wollen, wird Gott sie auch einen Weg führen. Manchmal muss auch etwas zerbrechen, damit was Neues entstehen kann.
Das gilt auch für die Gemeindearbeit: wo Mitarbeiter herrschen wollen und nicht mehr einander dienen, wenn Mitarbeiter sich unbedingt durchsetzen wollen, ihren Traum, ihre Musik, ihr Programm oder was auch immer, da wird vielleicht was kurzfristig erzwungen, aber da ruht meist kein Segen darauf. Solche Mitarbeiter werden oft auch einen Weg Jeremias gehen müssen – nicht, weil sie gerechtes Leiden durchgemacht haben, sondern weil erst etwas zerbrechen muss, bevor was Neues wachsen kann. Solche Mitarbeiter, die zwar den Namen des Herrn anrufen aber sich selbst nicht aufgeben wollen – ich kann mir vorstellen, dass unser Herr auch sie umarmen und ganz nahe an sein Herz drücken will. Das kann weh tun, aber es ist heilsam. Denn nicht ich, mein ICH soll wirken, sondern Gottes Wort. So demütigt der Herr manchmal, damit was Neues wachsen kann.
Kehren wir zurück zu Jeremias Zeiten und danach: Es kam schließlich SO, wie Jeremia das Gericht angekündigt hatte. Jeremia musste an seinem eigenen Leibe erfahren, was Gott erfährt. Gott hat es selbst erlebt: So oft habe ich gerufen, geliebt, geworben, gedroht, geschmeichelt; alles habe ich versucht, aber sie wollten nicht hören. Noch viel intensiver hat Gott diese Enttäuschung erlebt und noch persönlich durchgemacht durch seinen Sohn Jesus Christus. Das ist Gottes Leiden am eigenen Leibe.
Was tut Jeremia in seinem Schmerz? Verzweifelt wendet sich der Mensch, der verwundete Prophet Jeremia seinem Herrn zu. Auf einmal hören wir ein Loblied: Der Herr ist meine Stärke und wie ein starker Held bei mir. ER wird mich beschützen, sodass die Feinde keine Chance haben, mir Schaden zuzufügen. Singet dem Herrn, rühmet den Herrn, der des Armen Leben aus den Händen der Boshaften errettet!
Und gleich danach, die Verse haben wir nun nicht weiter gelesen, verfällt Jeremia wieder in schwere Depressionen: “Verflucht sei der Tag, darin ich geboren bin; der Tag müsse ungesegnet sein, darin mich meine Mutter geboren hat!”
Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt – so geht es dem Knecht des Herrn, so ging es Jesus, dem Christus und so geht es denjenigen, die sich mit diesen Jesus verbunden wissen.
Vielleicht hast du so einen Paschhur wie Jeremia in seinem Leben hatte, einen garstigen Boss, der dir das Leben schwer macht einfach weil du Christ bist. Vielleicht ist es dein Ehegatte, Eltern oder Kinder, die dir mit Liebe begegnen sollte, aber dich mit Wutausbrüchen kurz-und-klein machen wollen. Vielleicht sind es die Umstände, wirtschaftlich oder politisch, in der Schule oder im Beruf, die dich fertig machen, dass du einfach aufgeben willst. Die “Verfolgungen” unserer Zeit haben viele Gesichter …
Paulus erinnert uns in 2.Tim 3:12-14 Und alle, die gottselig leben wollen in Christo Jesu, müssen Verfolgung leiden. Mit den bösen Menschen aber und verführerischen wird’s je länger, je ärger: sie verführen und werden verführt. Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast und dir anvertraut ist, sintemal du weißt, von wem du gelernt hast.
Du weißt, wie Jeremia es wusste, WO deine Kraft und Stärke ist. Bleib du deiner Berufung treu; halte dich an deinen Schöpfer und Erlöser – ER wird dir Antwort geben zu seiner Zeit und auf seiner Weise.
Noch ein letzter Gedanken. Das Geheimnis des Leidens kommt durch Leiden.
Ich sagte schon: Jeremia muss erleiden, was Gott in seinem Herzen spürt. Wie Gott von Menschen verworfen wird und von Menschen verlacht und weggeschmissen wird, so wird Jeremia verlacht und weggeschmissen. Aber Jeremia leidet auch schon voraus für das Volk Israel. Nicht mehr lange und die Heerscharen der babylonischen Kriegsmächte würden über Land und Leute herfallen. Dann wird ein ganzes Volk gefoltert und geschlagen werden; dann wird Israel als Ganzes in die Gefangenschaft abgeführt werden; dann werden sie alle anfangen zu rufen und zu klagen: Herr, wo bist du? Herr Gott, wir leiden große Schmerzen; unsere Gebeine sind alle zerbrochen und wir sind wie ein abgebranntes Stoppelfeld.
Dann sollen sie sich an den Knecht des Herrn erinnern: Jeremia, du hast das doch schon durchgemacht. Was sollen wir tun? Ja, dann sollen sie auch tun, was Jeremia schon damals getan hat – sich umwenden, hinwenden zu ihrem Gott und Schöpfer. Sie sollen nicht die Babylonier anklagen oder die Umstände bejammern, sondern Gott ihr Herz ausschütten. Und in der Hinwendung zu Gott geschieht die Wende.
So hat das Leiden auch eine pädagogische Funktion: hinwenden zu Gott. Und indem ich mich ausrichte auf Gott, richtet ER sich aus auf mich. Und Gott sagt, wie unser Sonntag heißt: Okuli – ich sehe dich! Mein geliebtes Kind. Und jetzt, wo du mich siehst, siehst du auch, dass ICH, Gott, es bin, der dich gesandt hat – gesandt in die Misere. Und ich Gott, werde deine Stärke und deine Hilfe sein. Ich halte dich in meiner Hand. Meine Gnade ist für dich genug. Sei ruhig, denn ich, der Herr, bestimme das Los der Völker und werde auch deine Geschichte zum guten Ende führen.
Nein, Gott nimmt nicht unbedingt gleich das Leiden weg, sondern Gott sagt dir in seinem Sohn: mein Kind, ich gehe mit dir. Ich kenne deine Schmerzen, ich weiß was es heißt, verworfen zu werden und in Gefangenschaft gefoltert zu werden. Ich habe in meinen Sohn Jesus Christus, alles durchgemacht. Ich habe sogar deine Hölle durchgemacht, damit auch die Hölle dir keinen Schaden mehr zufügen kann. Wie an Jeremia, so auch an Jesaja, so auch an dir und mir hat Gott uns schon seine Gnade in der Taufe zugesagt: Siehe, ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein! Amen.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Gedanken und Gefühle in Christus Jesus, unserem Herrn. Amen.
English
This sermon (Jeremiah 20:7–13) focuses on the prophet Jeremiah, who pours out his distress to God amid scorn and persecution. Though burdened, he remains faithful to God’s calling and finds comfort in God’s promise not to abandon him. From a Lutheran perspective, we see that our own suffering is woven into God’s greater plan, enabling us to trust in His help. Through Jesus Christ, we encounter the same divine comfort that carried Jeremiah through his darkest moments.
Afrikaans
Hierdie preek (Jeremia 20:7–13) belig die profeet Jeremia, wat in groot wanhoop sy klacht by God uit. Ten spyte van veragting en vervolging bly hy getrou aan God se roeping en put troos uit God se belofte om hom nie te verlaat nie. Vir ons as Lutherane toon dit dat ons eie lyding deel is van God se groter plan en dat ons steeds op Sy bystand kan vertrou. Deur Jesus Christus ontmoet ons dieselfde goddelike troos wat Jeremia deur sy diepste oomblikke gedra het.
Okuli (Das Lamm Gottes)
Wochenspruch
Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9, 62
Introitus – Nr. 23 (Psalm 25, 15; Psalm 34, 16 u 20)
Epistel
So folgt nun Gottes Beispiel als die geliebten Kinder und lebt in der Liebe, wie auch Christus uns geliebt hat und hat sich selbst für uns gegeben als Gabe und Opfer, Gott zu einem lieblichen Geruch. Von Unzucht aber und jeder Art Unreinheit oder Habsucht soll bei euch nicht einmal die Rede sein, wie es sich für die Heiligen gehört. Auch schandbare und närrische oder lose Reden stehen euch nicht an, sondern vielmehr Danksagung. Denn das sollt ihr wissen, dass kein Unzüchtiger oder Unreiner oder Habsüchtiger – das sind Götzendiener – ein Erbteil hat im Reich Christi und Gottes. Lasst euch von niemandem verführen mit leeren Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Ungehorsams. Darum seid nicht ihre Mitgenossen. Denn ihr wart früher Finsternis; nun aber seid ihr Licht in dem Herrn.
Epheser 5, 1 – 8a
Hauptlied
Wenn meine Sünd mich kränken 162
Evangelium
Als Jesus und seine Jünger auf dem Wege nach Jerusalem waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben, und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Aber Jesus sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Haus sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.
Lukas 9, 57 – 62
liturgische Farbe: violett. Festzeit: Fastenzeit.
Wochenspruch: Lk 9,62
Wochenpsalm: Ps 34b
Eingangspsalm: Ps 34
Epistel: Eph 5,1-8a
Evangelium: Lk 9,57-62
Predigttext: Mk 12,41-44
Wochenlied: 82 und 96
Erklärung zu den Perikopen:
Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).
I(Evangelium): Lk 9,57-62
II: Eph 5,1-8a
III: Mk 12,41-44
IV: 1. Petr 1,(13-17) 18-21
V: Jer 20,7-11a (11b-13)
VI: 1. Kön 19,1-8 (9-13a)
