
Wir haben unterschiedliche Erlebnisse. Einige sagen: die Musik und Gottesdienste. Andere sagen: Es ist die Parkanlage als Gelände. Wiederum andere preisen die Zusammenarbeit und die vielen Feste, die Gemeinschaft. Nun kann man andersherum fragen: Was ist uns wertvoll? Ich meine, wenn der Garten verwüstet wird, wenn (wie in Corona-Maßnahmen-Zeiten) das Kirchgebäude nicht mehr zugänglich ist, wenn die Musik schweigt usw. – was darf nicht fehlen?
Es ist Offenbarung 1,9:
Ich, Johannes, der auch euer Bruder und Mitgenosse ist an der Trübsal und am Reich und an der Geduld Jesu Christi, war auf der Insel, die da heißt Patmos – um des Wortes Gottes willen und des Zeugnisses Jesu Christi.
In der Predigt sagte ich: Mitgenosse = Mitteilhaber. Es geht um Teilhabe am Leiden, am Reich, an Bewährung. Und Teilhabe impliziert Teilnehmen!
Wort Gottes und Zeugendienst können und dürfen niemals fehlen – das macht eine Gemeinde zu einer Christus-Gemeinde. Nach unserer Überzeugung fügen wir gleich die Sakramente und den Gottesdienst dazu. Da hinein und von dort heraus ereignet sich die Teilnahme. Christus lässt uns teilnehmen an seiner Gnade, Kraft, an seinem Geist und Glauben. Und wir nehmen uns bewusst vor, dort hinzugehen, und wir nehmen teil.
Auffällig nennt Johannes in Reihenfolge drei Dinge: Trübsal, Reich Gottes und Geduld Christi. Für die ersten Christen waren die äußerlichen Umstände bedrohlich, gefährlich. Johannes steht in der Leidensgemeinschaft als einer Christusgemeinschaft. Aber „Reich Gottes“ steht für alles, was Gott bewirkt: Heil, Vergebung, Himmel, Geistesgaben, Trost, Gewissheit. Und darum haben wir Geduld = Ausdauer, Bewährung und können durchhalten. Diese Transformation eines Menschen bewirkt nun auch: Teilnehmen in der Welt. Nein, teilnehmen nicht im Denken und Wesen der „fleischlichen“ Natur der Menschen dieser Welt, sondern wir wirken als ein Licht, das der Welt Hoffnung gibt.
Wir merken, die Geschichte bewegt sich in ein neues Zeitalter – KI (Künstliche Intelligenz), Weltpolitik, Bildung usw. In dieser Welt war (und ist) es als typisches Kennzeichen wahrzunehmen, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist bzw. sein eigenes Ding tut. Oder man muss den Diktatoren gehorchen und sieht sich als Opfer. Man fragt immer weniger, wie es dem anderen geht, sondern fokussiert sich nur noch auf sich selbst.
Jedoch ist der christliche Glaube immer ein Gemeinschaftsglaube – Teilhabe. Und der christliche Glaube ist ein Öffentlichkeitsglaube; er drängt in die Gesellschaft. Darum die Ermutigung: Bitte stellt euch bereit, im Publikum mitzuwirken. Meldet euch auch zum Dienst in der Welt. Ja, lasst euch wählen – z. B. im Boereraad, im Schulbeirat, in Komitees, in der Stadtverwaltung oder sonst wo in der Gesellschaft.
Man kann nicht überall mitmachen, das ist klar. Jeder muss seine Zeit richtig einteilen: Ehe & Familie, Kirche & Freunde, Freizeit usw. gehören dazu. Dabei ist deine Stille Zeit ganz wichtig! – Besprich deinen Terminkalender und Anfragen mit Gott. Du darfst auch Nein sagen – je nachdem, wie du deinen inneren Ruf wahrnimmst. Aber dir wurde viel anvertraut – so wird auch viel erwartet. Wuchere mit deinen Gaben, damit viel Frucht gedeiht.
Zusammenfassend: Nr. 1: Nimm teil am Gottesdienst (an Christus). Daraus wächst Nr. 2: Teilnehmen am Gemeindeleben je nach deiner Geistesgabe. Und daraus wächst Nr. 3: Teilnehmen an der Öffentlichkeit (soweit es uns noch als Christen gegönnt ist). Das reicht für heute. Aber es ist doch so: Wo das geschieht, das macht unsere Gemeinde zu einer „schönen“ Gemeinde. Dazu gebe uns Gott seine Gnade!
Pastor Klaus
