Vergebung Statt Rache: Davids Beispiel | 04. Sonntag nach Trinitatis

04. Sonntag nach Trinitatis (Die Gemeinde der Sünder)

  1. Samuel 24

David verschont Saul in der Höhle von En-Gedi

Und David zog von dort hinauf und blieb in den Bergfesten bei En-Gedi. Als nun Saul zurückkam von der Verfolgung der Philister, wurde ihm gesagt: Siehe, David ist in der Wüste En-Gedi. Und Saul nahm dreitausend auserlesene Männer aus ganz Israel und zog hin, David samt seinen Männern zu suchen bei den Steinbockfelsen. Und als er kam zu den Schafhürden am Wege, war dort eine Höhle, und Saul ging hinein, um seine Füße zu decken. David aber und seine Männer saßen hinten in der Höhle.

Da sprachen die Männer Davids zu ihm: Siehe, das ist der Tag, von dem der Herr zu dir gesagt hat: Siehe, ich will deinen Feind in deine Hand geben, dass du mit ihm tust, was dir gefällt. Und David stand auf und schnitt leise einen Zipfel vom Rock Sauls. Aber danach schlug ihm sein Herz, dass er den Zipfel vom Rock Sauls abgeschnitten hatte, und er sprach zu seinen Männern: Das lasse der Herr ferne von mir sein, dass ich das tun sollte und meine Hand legen an meinen Herrn, den Gesalbten des Herrn; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Und David wies seine Männer mit diesen Worten von sich und ließ sie sich nicht an Saul vergreifen.

Als aber Saul sich aufmachte aus der Höhle und seines Weges ging, machte sich danach auch David auf und ging aus der Höhle und rief Saul nach und sprach: Mein Herr und König! Saul sah sich um. Und David neigte sein Antlitz zur Erde und fiel nieder. Und David sprach zu Saul: Warum hörst du auf das Reden der Menschen, die da sagen: David sucht dein Unglück? Siehe, heute haben deine Augen gesehen, dass dich derHerr heute in meine Hand gegeben hat in der Höhle, und man hat mir gesagt, dass ich dich töten sollte. Aber ich habe dich verschont; denn ich dachte: Ich will meine Hand nicht an meinen Herrn legen; denn er ist der Gesalbte des Herrn. Mein Vater, sieh doch hier den Zipfel deines Rocks in meiner Hand! Dass ich den Zipfel von deinem Rock schnitt und dich nicht tötete, daran erkenne und sieh, dass nichts Böses in meiner Hand ist und kein Vergehen. Ich habe mich nicht an dir versündigt; aber du jagst mir nach, um mir das Leben zu nehmen. Der Herr wird Richter sein zwischen mir und dir und mich an dir rächen, aber meine Hand soll nicht gegen dich sein; wie man sagt nach dem alten Sprichwort: Von Frevlern kommt Frevel; aber meine Hand soll nicht gegen dich sein. Wem zieht der König von Israel nach? Wem jagst du nach? Einem toten Hund, einem einzelnen Floh! Der Herr sei Richter und richte zwischen mir und dir und sehe darein und führe meine Sache, dass er mir Recht schaffe und mich rette aus deiner Hand!

Als nun David diese Worte zu Saul geredet hatte, sprach Saul: Ist das nicht deine Stimme, mein Sohn David? Und Saul erhob seine Stimme und weinte und sprach zu David: Du bist gerechter als ich, du hast mir Gutes erwiesen; ich aber habe dir Böses erwiesen. Und du hast mir heute gezeigt, wie du Gutes an mir getan hast, als mich der Herr in deine Hand gegeben hatte und du mich doch nicht getötet hast. Wo ist jemand, der seinen Feind findet und lässt ihn im Guten seinen Weg gehen? Der Herr vergelte dir Gutes für das, was du heute an mir getan hast! Nun siehe, ich weiß, dass du König werden wirst und das Königtum über Israel in deiner Hand Bestand haben wird. So schwöre mir nun bei dem Herrn, dass du mein Geschlecht nach mir nicht ausrotten und meinen Namen nicht austilgen wirst aus meines Vaters Hause. Und David schwor es Saul. Da zog Saul heim. David aber mit seinen Männern zog hinauf auf die Bergfeste.

Lutherbibel, revidiert 2017, © 2016 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart

Die genade van ons Here Jesus Christus en die liefde van God en die gemeenskap van die Heilige GEES is met ons. Amen.

Watter houding kweek ons wanneer iemand ons onreg aangedoen het? Iemand het jou tenagekom, het jou beledig, of – soos ons nou-nou by die verhale van die jong David sal lees – jou onregmatig vervolg, haatspraak versprei, jou met die dood gedreig. En nou het die geleentheid gekom dat jy jouself kan verdedig. Wat sal jy doen? Sal jy terugslaan? Sal jy wraak uitoefen? Sal jy jou hand uitstrek om vrede te maak?

Meestal is dit oomblikke waar jy spontane besluite moet neem. Sien, jou gevoelens sal waarskynlik reageer soos jy jouself al vooraf ingeoefen het, soos jy jou gedagtes ingeskerp het.

In hierdie wêreld geld die ongeskrewe reël: ’n oog vir ’n oog vir ’n oog en ’n tand vir ’n tand. As jy my kar gestamp het, stamp ek jou kar, of te wel: daar moet restitusie weer – jy moet my kar herstel. As jy my beledig het, eie ek myself die reg toe om jou te beledig. Dis hoe die wêreld nou maar is.

Maar die kinders van God word opgeroep om ANDERS te reageer. Die hele NT roep ons herhaaldelik op om mekaar te vergewe. Om te vergewe is geensins regverdig nie. Jy vergewe dan; die wet en regverdigheid word oorgesien – dis nie logies nie, maar teologies. Dus, wat sal dan ons maatstaaf wees? Hoeveel moet jy vergewe?

In die Onse-Vader-Gebed bid ons: “Vader in die hemel, vergeef ons ons oortredings soos ons ook diegene vergewe wat teen ons oortree het.” Hoe wil ons dit regkry? En die antwoord is in die gebed ingesluit: soos die Vader my vergewe het, SO op dieselfde manier soos die Vader my vergewe het, SO moet ek my vyand vergewe. Dus, hoe het die Vader MY vergewe? Antwoord: God die Vader, het my sondes op Jesus geplaas. Hy het my oortredinge geneem en Jesus aan die kruis laat boet. Daar aan die kruis het geregtigheid plaasgevind. En daarom, omdat iemand geboet het, daarom hoef ek nie weer ‘n keer vir my eie skuld te betaal nie. Dis hoe die Vader dit doen. En nou die oproep: gaan doen jy dit ook. Verplaas die skuld van ander op die man aan die kruis – dis waarom die kruis daar is. Laat jou woede uitbars teen die man aan die kuis – en spreek jou vyand vry van alle skuld.

Hier in vandag se verhaal uit die OT lees ons nog niks van die kruis nie, maar die jong man David doen presies DIT wat ons Kinders van die Here ook behoort te doen: Hy laat die oordeel, die straf en die uitwerking van die oortreding aan die Here oor. Kom ons lees 1 Samuel 24:1-16


Es ist ja nicht zu fassen! Das ist einfach nicht fair! Erstens, was Saul macht – er jagt einen unschuldigen David hinterher und will ihn umbringen. Mit 3000 Elite-Soldaten geht Saul auf die Jagt gegen David mit 600 zusammengesammelten Mafioso-Soldaten. Aber mehrmals vorher lesen wir: Gott ließ es nicht zu, dass David umgebracht wurde. David musste mal in den Osten dann in den Westen des Landes flüchten. Dann wieder in den Norden, jetzt diese Szene ist im Süden des Landes bei Toten Meer: En Gedi.

Wer von euch schon mal dort war – es ist Felsenwüste; da wächst fast nichts mehr nur ein paar Sträucher in den Felsenklüften. Es ist nicht nur heiß, sondern kochend heiß. Und dann plötzlich zwischen den Bergen, ein kleiner Teich mit frischem Wasser, kleine Wasserfälle, grüne Gräser am Rand. „Steinbock-Felsen“ sagt schon, wer hier wohnt. Da gab’s kleine und große Höhlen. Wir haben gelesen, in einer von ihnen versteckte sich David mit seinen Männern. Als nun Saul mit seinem Heer dort ankam, wäre es eigentlich der Schlusspunkt dieser Verfolgungsjagd.

Stellt euch vor, als nun Saul alleine in dieser Höhle ging, zu entspannen, war es die Gelegenheit von Davids Seite aus, den Schlusspunkt zu setzen. Die Freunde Davids raten ihm: Jetzt schlag zu. Ein kräftiger Stich mit dem Superschwert des Goliaths, und Saul ist tot. Ganz Israel wäre erlöst von diesem wahnsinnigen Saul. Oder?

Stell dir vor, David hätte nun Rache genommen; Saul wäre tot. Würden die Soldaten des Sauls nicht bald nach ihm suchen, die Blutspuren entdecken und Alarm schlagen. Sie hätten David und seine Männer ausgeräuchert; es könnte ein schreckliches Blutvergießen gegeben haben, wo Brüder des gleichen Volkes einander umbringen würden. Darüber wären die Feinde Israels froh; die Philister würden mit neuem Mut in das Land einfallen. Es wäre noch viel mehr Chaos. Die Spirale der Gewalt würde in einen Bürgerkrieg eskalieren, oder?

David schnitt nur den Zipfel des königlichen Rock ab. Und schon bekommt er ein schlechtes Gewissen – er hat sich schon an den Gesalbten des Herrn vergriffen. David wusste: Saul ist von Gott eingesetzt. So muss Gott auch dafür sorgen, was mit Saul passiert, aber er, David, wird nicht Böses mit Bösem vergelten, keine Rache, kein Zurückschlagen, obwohl die Situation günstig war, obwohl alle Freunde sogar im Namen Gottes dem David raten: Jetzt schlag zu!

Diese Disziplin ist nur möglich, weil David im ganz engen Verhältnis mit Gott lebte. Aus dieser Notlage sind viele Psalmen entstanden. Ich weiß zwar nicht, wie der gehetzte David noch Zeit fand, seine Gitarre stimmte und ein Lied nach dem anderen dichtete. Aber das wäre für uns ein superguter Hinweis: Schreib auf, was deine Gefühle sagen. Klage und singe es Gott.

Wenn du im Gewissen überzeugt bist, du bist unschuldig, dann rufe zu Gott. Ich lese mal einige Verse aus Psalm 54

  1. Dem Chorleiter. Mit Saitenspiel. Ein Lehrgedicht von David, 2 als die Männer von Sif Saul meldeten, dass David sich bei ihnen versteckt hielt.
  2. Gott, durch deinen Namen rette mich! / Schaff mir Recht durch deine Macht!
  3. Gott, hör mein Gebet, / gib den Worten meines Mundes ein Ohr!
  4. Denn Fremde stehen gegen mich auf, / Gewalttäter wollen mir ans Leben. / Sie haben Gott nicht vor Augen. //
  5. Seht, Gott ist mein Helfer! / Der Herr beschützt mein Leben.
  6. Lenk das Böse auf meine Feinde zurück! / Weil du treu bist, bring sie zum Schweigen!
  7. Aus freien Stücken bring ich dir Opfer, / ich danke dir, Jahwe, weil du so gütig bist. 9  Ja, aus aller Not hat er mich gerettet, / und ich sehe auf meine Feinde herab.

Und genau so ist es dann auch gekommen: Gott hat das Schicksal gelenkt. Die Vorbereitung für eine Notsituation ist: (1) kenne Gott und seine Gebote. (2) Reinige dein eigenes Gewissen; wo eigene Sünde ist, reinige sie. (3) Klage vor Gott und ringe mit Gott. (4) Warte auf Gott.

Diese Situation war eine Prüfung für David – würde er nun Gott und seine Gebote in den Wind schmeißen und das Königtum an sich reißen? Würde David seine Macht missbrauchen und den Saul ANDERS beurteilen, als wie Gott den Saul sieht?

David sagt nicht zu Saul: du Schuft, du Krimineller, du Feind. Sondern David sagt: Du bist der Gesalbt des Herrn, du bist mein Volksgenosse, du bist mein Vorgesetzter, du bist mein Vater.

Seht, so etwas geht nur, wenn du und ich, wenn wir im engen Verhältnis mit Gott leben. Die Rachegefühle, die in uns hochkommen, werfen wir auf Gott: Gott, da sehe du zu.

Wie oft haben wir in diesem Lande ähnliche Situationen? Da will uns die Regierung das Land wegnehmen. Was über Generationen aufgebaut wurde, soll auf einmal vor ruchlosen Ausbeuter ausgeliefert werden? Da wollen Kriminelle uns Ernte und Tierherden klauen … natürlich sind wir im Herzen wütend. Wir ballen die Faust. Ja und dann …? Wenn die Gelegenheit kommt. Ich denke mal einfach laut z.B.:

Da begegnet dir unterwegs ein altes Auto am Straßenrand; du erkennst den Fahrer, der vorige Nacht auf der Kamera Schafe geklaut hatte. Du alarmierst Nachbarfarmer und Sicherheitspolizei. Jetzt ist die Gelegenheit, diesem Kerl ein Ende zu setzen; es wäre sogar Notwehr weil er bewaffnet ist. Was wirst du tun?

Stell dir vor, du steigst aus, grüßt ihn freundlich. Du weißt, er erkennt dich ganz genau. Und du hilfst ihm, dass sein Auto wieder startet, und er fährt fröhlich davon. Undenkbar, oder?

Allerdings hat David dem Saul klar ins Gewissen geredet: Der Herr sei Richter. Immerhin hat Saul auch einen Maßstab, nachdem er sich richten sollte: Behalte, mein lieber Vater Saul, Gott hat dich zum König eingesetzt; Gott kann dich auch morgen absetzen. Du bist in Gottes Hand. Gott beurteilt dein Herz und deine Motive. Pass auf, lieber Saul, nicht auf mich – denn wer bin ich? Ein Floh im Fell eines Hundes, ein Nichts. Aber pass auf vor Gott, der Himmel und Erde in der Hand hat. Schrecklich ist es, in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen. Jesus sagt: Fürchtet euch vor DEN, der Leib und Seele in die Hölle verdammen kann. Fürchtet euch nicht vor Menschen, die nur den Leib töten können.

Wir kennen die Geschichte weiter. Saul hat nicht das Zeichen des Angriffs an seine Soldaten gegeben. Saul zeigte Reue und Buße. Wir lesen: Saul weinte. Er nennt David nun auch „mein Sohn“. Und er gibt David recht: Ja, du David bist gerechter als ich. Der Herr vergelte dir das Gute, dass du an mir getan hast.

Saul weiß nun auch, dass David der Nachfolger-König sein wird und bittet David, David möge den Namen der Familie Saul nicht ausrotten. Diese Bitte zeigt nur wieder die falschen Motive des Sauls. Saul meint: naja, jetzt ist David noch gerecht im Herzen, aber wer weiß, morgen könnte sich seine Meinung ändern.

Saul offenbart sein Herz. Wie sagt das Sprichwort: Was ich selber denk und tu, das füg ich jedem anderen zu. Saul weiß von sich selbst, dass er von einem Tag zum anderen seine Meinung ändert – und meint nun, David wäre auch so wie er. Aber David blieb beständig: was er versprochen hatte, schon vorher zu Jonathan, jetzt wieder an Saul, das hat David auch gehalten. Er hat die Familie Sauls zeitlebens versorgt.

Aber am Ende lesen wir. Die beiden Saul und David, gingen auseinander. Es fand keine Versöhnung statt. David hat sich nicht dem Saul anvertraut, sondern vertraute auf Gott. Gleich im nächsten Kapitel kam es dann tatsächlich wieder so, dass Saul wieder seine Truppen zusammenrief und hinter David her jagte. Und wieder die gleiche Episode. Saul hörte nicht. Und so wurde das Königtum auch von ihm weggenommen. Nach vielen Jahren fiel Saul im Krieg gegen die Philister. Dafür brauchte David nicht zu sorgen.

Im Neuen Testament lesen wir von vielen Anweisungen für uns als Kinder Gottes. Jeder der Briefe geben eine lange Liste von Ermahnungen. Ganz deutlich Römer 12, und damit will ich abschließen. Paulus schreibt:

Röm 12:17  Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Bemüht euch um ein vorbildliches Verhalten gegenüber jedermann!

18  Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden.

19  Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn Gottes; denn es steht geschrieben: „Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HERR.“

20  So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.

21  Lass dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Amen.


liturgische Farbe: grün

Festzeit: Trinitatiszeit

Wochenspruch: Gal 6,2

Wochenpsalm: Ps 42

Eingangspsalm: Ps 19, Ps 36, Ps 67, Ps 84, Ps 113

Epistel: Röm 14,10-13

Evangelium: Lk 6,36-42

Predigttext: 1. Mose 50,15-21

Wochenlied: 428 und 495


Erklärung zu den Perikopen:

Die biblischen Predigttexte sind aufgeteilt in die Perikopenreihen I bis VI. Jede Reihe gilt – beginnend mit dem 1. Advent – fortlaufend für ein ganzes Kirchenjahr (aktuelle Reihe = III). Die einzelnen Reihen haben verschiedene Schwerpunkte (Evangelien, Briefe usw.).


I(Evangelium): Lk 6,36-42

II: Röm 14,10-13

III: 1. Mose 50,15-21

IV: 1. Petr 3,8-15a (15b-17)

V: Joh 8,3-11

VI: Röm 12,17-21