Posaunenfest Mal Etwas Anders 

Das synodale Posaunenfest fand in diesem Jahr am 2. Juli in Wittenberg statt. Ich staune, wie sich dieser Tag in den letzten Jahren für mich verändert hat – und ich bin mir sicher, dass ich nicht die einzige bin, die ihn jetzt so empfindet!

Vor einigen Jahren war das Posaunenfest eigentlich mehr „der Tag nach dem Jugendtag“. Nach einer gelungenen Party am vorigen Abend saß ich müde im Zelt und habe versucht, nicht einzuschlafen. Währenddessen haben ich geträumt – ich gebe es zu – von einem netten „Kerl“.

Im ersten Jahr war es: „Das war ein echt netter Kerl, den ich gestern kennengelernt habe!“.

Im zweiten Jahr war es: „Ob er mich wohl bemerkt hat, dieser netter Kerl?“.

Im dritten Jahr war er „mein Kerl“.

Und jetzt, ein Jahrzehntel später, sitzt „dieser Kerl“ am Posaunenfest als mein Mann im Bassabteil der Bläser und ich kümmere mich um unsere 3 Kinder!

Diese 3 Kinder erlauben es mir nicht lange, im Zelt zu sitzen und dem Gottesdienst zuzuhören. Nach einigen Minuten des hoffnungsvollen Sitzen, Bücher austeilen, Snacks verteilen und Schnuller in den Mund stecken, befinde ich mich wieder draußen. Von dem Gottesdienst bekomme ich leider nicht viel mit, obwohl ich die Blasmusik auch draußen hören und schätzen kann.

Draußen gibt es andere Vorteile. Da darf ich mich mit Mamas aus anderen Gemeinden unterhalten und „Mutterschafts-Krieggeschichten“ austauschen. Einige dieser Frauen haben schon damals neben mir im Zelt gesessen, und von ihrem eigenen jungen Mann geträumt!

Wenn man den Tag draußen verbringt, kann man sich auch in Ruhe die ganzen Leckerbissen anschauen, und Planen auf welchen Tisch man zugehen soll, wenn die Teepause beginnt!

So ist das Posaunenfest für mich im Augenblick nicht, wie für viele Andere. Aber in einigen Jahren werde ich wieder in Ruhe im Zelt sitzen, und vielleicht sogar diese Zeit ein bisschen vermissen!