Hirtenbrief: FROHE OSTERN!

Pastor Klaus-Eckart Damaske

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. (Offb 1, 18)

Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden! – so rufen wir es wieder am Auferstehungssonntag / Ostern freudig in die Welt. Hoffentlich?

Das ist leicht, es in der Kirche zu sagen, oder beim Friedhof zusammen mit der Gemeinde. Aber wenn es wieder stille wird und Menschen alleine am Grabstein eines geliebten Menschen eine Träne oder zwei schluchzen, dann will einem der Satz im Halse stecken bleiben. Es ist eher, als hätte jemand den geliebten Menschen in ein Gefängnis vergraben und den Schlüssel weggeworfen. Aus dem Boden, aus dem Verlangen nach einem Wiedersehen, aus dem Totenreich – da kommt niemand wieder heraus. Und doch pocht das Verlangen an die Himmelstür: Herr, warum? Wie lange noch soll der Sensenmann seine Schreckensherrschaft ausüben? Wann bin ich dran?

Oft verdrängen Menschen diese schauerlichen Gedanken mit schönen Worten oder märchenhaften Darstellungen. Den Tod lässt man lieber weit weg – Menschen sterben in Hospitälen, isoliert, man redet kaum drüber. Oder man verallgemeinert: Ach ja, alle haben doch ihre Zeit, so what? Und das Wort „Hölle“ will man gar nicht erst nennen. Das jemand für immer und alle Zeit verloren gehen kann, das ist unerträglich schrecklich.

Jedoch gerade da hinein spricht unser Jesuwort aus Offenbarung 1, 18. DER, der das A und das O, der Anfang und das Ende ist, ist auch der Herr über allen und ER hat die Macht in allem. Sein Wort ist gewaltig und gültig über alle menschlichen Wörter und sein Urteil göttlich gerecht. Er ist selbst durch alle Himmel gegangen und hat die Hölle durchgemacht. Er ist der Kyrios, der HERR!

Er sagt es immer wieder zu dir: Siehe, ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist MEIN! Und Paulus bezeugt: Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus für uns ist – weder Tod noch Leben, weder Hohes noch Tiefes, noch irgend eine Macht. In dieser Glaubens- und Auferstehungsgemeinschaft stehen auch wir und rufen: Der Herr ist auferstanden!

Aber nun lass diese Macht auch an dir wirken. Wo du andere „abgeschrieben“ hast, wo du andere in Hass und Bitterkeit in gedanklichen Gefängnissen gesperrt hast, wo du innerlich gestorben bist, da rufe es auch hinein: der Herr ist auferstanden! Und das WORT wird dich jetzt schon geistlich auferwecken zu neuem Leben. Die Auferstehungskraft Jesu will dich und mich transformieren – dazu gehört das Wort vom Kreuz: Es ist vollbracht! Darum darfst du Versöhnung suchen, kannst du Leiden begegnen, anderen Leben schenken und dich schon jetzt auf deinen endgültigen Auferstehungstag freuen. Dazu gebe uns Gott seine Gnade.