Lebenslauf von Gilbert Niebuhr

Am 19. April 1926 ist unser lieber Gilbert Niebuhr auf dem Hof seiner Großeltern zur Welt gekommen, als erstes Kind von Maria, geborene Hambrock und Carl Heinrich Niebuhr. 7 Tage später wurde er als, Gilbert Carl Heinrich Niebuhr getauft. Er bekam noch 5 Brüder und 3 Schwestern.

Gilbert Niebuhr ist auf der Farm Schwarzwald seiner Eltern, in der Nähe von Paulpietersburg aufgewachsen. Seine Mutter hat ihm das Lesen beigebracht während sie an der Nähmaschine saß und Kindersachen nähte. Mit 7 Jahren wurde er nach Wittenberg in die Schule geschickt, wo er im Schülerheim bleiben musste und nur in den Ferien nach Hause konnte. Immerhin konnte er am Wochenende zu seinen Großeltern Karl und Sophie Niebuhr, die in der Nähe wohnten.

In der Schule hat Pastor Schnackenberg den Kindern Sing- und Geigenunterricht erteilt. 1936, mit 10 Jahren ist Gilbert zur Schule in Lüneburg gewechselt, wo das erste Schülerheim gerade fertig geworden war. Die Freude war gross, dass er nun von Lüneburg aus, jedes Wochenende nach Hause durfte. In Standard 2, heute sagt man Grad 4, erlernte Gilbert das Klavier und Flötenspielen. Mit 14 Jahren (1940) hat Pastor Schwarz ihn konfirmiert, mit dem Konfirmationsspruch aus 1. Korinther 1, 18: Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist es Gottes Kraft.

Nach Lüneburg hat er noch für 2 Jahre die Schule in Piet Retief besucht, bevor ihn sein Vater nach Hause holte und ihn dort im Halbjahres-Rhythmus in die verschiedenen Aspekten der Farmerei einführte.

In seiner Jugend war Gilbert fest in der jugendlichen Gemeinschaft von Lüneburg eingebunden. Man hat Spiele gespielt und Country Dance getanzt, den Gilbert mit seiner Zieharmonika begleitet hat. Im Alter von 15 Jahren trat er in den Bläserchor ein, später auch in den Männerchor und die gemischten Chor-proben. Das Musizieren und Singen wurde ein wichtiger Teil seiner wöchentliche Routine. Mit 20 Jahren, 1946 wurde er Organist in der Gemeinde Lüneburg. Über 50 Jahre hat er diesen Dienst treu und gerne geleistet.

Das Zusammenleben in seiner Familie war stark geprägt von Gemeinsschaftssinn und Zusammenhalt. Den äußeren Rahmen stellte das kirchliche Umfeld der Lüneburger Gemeinde. Gilbert’s Leidenschaft für die Musik und das Musizieren hat seine zukünftige Frau, Elisabeth Schroeder, mit ihm geteilt. Im Januar 1953 im Alter von 27 Jahren, heirateten die beiden. Sie zogen in ein schönes, neugebautes Haus auf ihrer Farm, der Gilbert den Namen „Tannenberg“ gab. Elisabeth, genannt Lisel konnte sich in einem großen Garten ausleben. Ihren Kindern, Dieter, Margrit, Gudrun und Elke haben die beiden ein wunderbares Zuhause geschaffen.

Viele Jahre diente Gilbert der Gemeinde Lüneburg. Hier hat er sich um das Kirchen- und Schulhofgelände gekümmert und die Gemeindegärten verschönert. Als Farmer hatte er Freude an seinem Vieh, hat Gemüse, darunter vor allem Kohl und Tomaten, angebaut und Baumplantagen aus Kiefern, Tannen, Eukalyptus und Schwarholz-Akazie gepflegt.

Gilbert war sehr dankbar für die 40 Jahre, die ihn Gott durch Höhen und Tiefen auf Tannenberg begleitet hat. Er hat sie dann seinem Schwiegersohn, Rudolf in guten Händen überlassen.
Das alte Haus auf der Farm, wo er als Junggeselle gewohnt hatte, wurde für seinen Ruhestand renoviert. Von Mai 1993 bis 2011 (18 Jahre) verbrachte er hier zusammen mit seiner Lisel. Gerne ist er seinem Hobby, der Holzarbeit nachgegangen. Seine Enkelkinder erinnern sich gerne an die Zeit mit ihrem Großvati, der sie am Kaminfeuer mit Biltong und After Eights verwöhnte.

Nach einem schlimmen Erlebnis auf dem Hof, als sie von einem Einbrecher mit einer Pistole bedroht wurden, zogen Gilbert und Lisel nach Paulpietersburg in das Seniorenzentrum.
Gilbert ist immer gerne spazieren gegangen und hat sich sogar nach einer Hüftenoperation an seinem 91. Geburtstag wieder aufgerappelt um seine Lieblingsbeschäftigung nachzugehen.
Am Sonntag vor 2 Wochen, am 26. Februar 2018, erlitt Gilbert einen Schlaganfall, von dem er sich nicht mehr erholen konnte. Am Morgen des Freitags den 2. März 2018 ist er im Alter von fast 92 Jahren ruhig eingeschlafen.

Gilbert hinterlässt seine Frau Lisel, seine 4 Kinder mit Ehepartner, 9 Enkelkinder und bislang 5 Dazugehörige, 5 Urenkel und 4 Geschwister. Eine große Hinterlassenschaft eines langen Lebens! Gilberts Besonderheit war die Zärtlichkeit: Beim Begrüßen hat er nicht nur eine Hand gereicht, gleich kam die zweite Hand dazu und die beiden Hände haben dich nicht so schnell wieder losgelassen. Wir hatten an ihm einen weisen, demütigen, dankbaren Mann, der sein Vertrauen stets auf Gott gesetzt hat. Seine herzliche, liebe und humorvolle Art hat vielen Menschen Freude bereitet.

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