Eine gesegnetes Kinderlager 2015

Am 10. Dezember trafen wir uns um 9 Uhr morgens beim Cricket Club in Paulpietersburg zum Teenage- und Kinderlager zu fahren.

Als alle Koffer gepackt, und jeder einen Platz im Bus gefunden hatte, mitsamt Keksen, Saft und Schlafsäcken, fuhren wir fröhlich los. Wenig ahnten wir was noch auf uns wartete!!Bis Tugela Ferry ging alles gut. Doch dann, etwa 2km nach der großen Brücke über den Tugela wurde die Maschine vom Bus zu heiß. Zum Glück war die Straße dort etwas erweitert somit konnte Oom Chris gleich anhalten. Zusammen mit uns hielt gleich einer an uns zu helfen – ein Mechaniker! Da waren wir sehr dankbar. Er riet uns die Maschine erst einmal eine halbe Stunde abkühlen zu lassen bevor wir das Wasser nachfüllten.

Dann sollte alles weiter gut gehen. Er würde eben eine Maschine oben am Berg nachsehen und dann auf dem Weg runter nochmal bei uns vorbei schauen. Naja, eine halbe Stunde in der heißen Sonne… das sollten wir schon schaffen. Ich riet Adelheid und Ingrid schon weiter zu fahren damit es für die Kleinen nicht zu lang und heiß würde. Kaum hatten wir angehalten, und schon mussten einige Mädchen aufs Klo. ,,Hier könnt ihr nun wirklich nicht zum Klo!” sagte ich. Aber nach einer Weile half kein trösten mehr. Die Not war groß. Somit spazierten wir zu dem nächstliegenden eingezäunten Haus. Auf Nachfrage ob wir ihre Toilette benutzen konnten, lud die Frau uns herzlich in ihr Haus. Ich sollte mich solange zu ihr ins Wohnzimmer setzen wo der Fernseher lief. Die saubere kleine Stube war etwa nur 3mx3m groß, und schön eingerichtet. Das war sehr nett und wir bedankten uns vielmals.

Die Kinder hatten sich indessen schon unter einen Dornenbaum gesetzt. Der Schatten war sehr einladend. Als interresierte Passanten fragten was das Problem sei, bekamen sie die Antwort: ,,The oil is cooking.”

Die halbe Stunde war fast vorbei und Oom Chris hatte sich schon auf die Suche gemacht nach Wasser für den Bus. Zwei Flaschen hatten wir noch etwa halbvoll. Die gossen wir zusammen, behielten die aber dann doch lieber zum Trinken. Bei einem anderen Haus, etwa zwei Häuser von dem vorigen entfernt bekam er Wasser. Die leeren 2 Liter Flaschen lagen schon auf dem Weg dort hin auf der Straße für ihn bereit. Als er das Wasser nachgegossen hatte, war er etwas besorgt, denn es wurde langsam weniger. Vielleicht müsste es nur den Kühler (Radiator) ersteinmal füllen meinte Oom Chris. Einmal hatte ich versucht zu starten, doch dann war die Batterie leer. O nein! Jetzt kam das Problem auch noch hinzu! Zuerst dachten wir einfach auf den Mechaniker zu warten, doch bald merkten wir, dass er so schnell nicht zurückkam. Seine Maschine hatte ihn wohl länger als gehofft aufgehalten. Inzwischen mussten einige wieder aufs Klo, doch wollten sie dieses mal nicht die gleichen Leute plagen und schlugen vor, dass wir mal auf die andere Straßenseite gingen. Naja, die Zeit hatten wir ja, also gingen wir los auf die andere Seite der Straße. Hinterher tat es ihnen etwas leid, denn diesesmal war es nicht eine saubere Spültoilette, sondern ein nicht so hygienisches Plumpsklo!
Gerade hatten wir den Anhänger abgehackt um mit einem Versuch den Bus im Rückwärtsgang auf sehr steiler Anhöhe zu ,,Push starten”. Doch dann, zu unserem Entsetzen stellten wir fest, dass das ganze Wasser aus den Kühler auf die heiße Straße gelaufen war!

Jetzt hieß es schnell handeln. Anrufe, SMSse und Whattsapps gingen hin und her. Leider waren die Handys in der Paulpietersburg- und Lüneburger Gegend alle ab! Ich konnte fast niemanden erreichen. Einige Kinder hatten mit den Eltern in Vryheid kommuniziert oder andere mit Freunden. Von dort aus kamen Anrufe mit Vorschlägen, Hilfeangeboten, Nummern für Kostenanschläge für einen Kühler, oder Abschleppwagen usw. Inzwischen wussten beim Kinderlager auch alle schon Bescheid und probierten von dort aus Hilfe zu regeln. Harald hatte so nett angeboten einen Bus von seiner Fabrik in Hermannsburg zu schicken uns zu holen.
Ingrid hatte gesagt vom Kinderlager wären sie dabei zu regeln uns mit Kombis zu holen. Schnell einen Anruf… Nein, wir bräuchten nicht mehr 3 Kombis, nur noch einen zusätzlich zu dem Bus von Harald der 15 Kinder mitnehmen konnte. Wieder ein Anruf rein … Von Hermannsburg kommt der Schulbus, der kann uns alle 20 mitnehmen und hätte auch einen ,,Hitch” den Anhänger zu schleppen. Schnell wieder einen Anruf… ,,Harald, vielen Dank, aber es kommt ein Bus uns alle zu holen. Kannst du deinen Bus noch anhalten?” Hhhuu… alles in

Ordnung. ,, Hello! Oh, you‟re phoning from Pietermaritzburg? A quote? … Sorry, did you say we should rather try Greytown?” So ging es hin und her. Hinterher zählte ich, dass über 40 Anrufe auf meinem Handy hin und her gegangen waren oder auch verpasst waren. Alle Hilfe musste koodiniert werden. Eine sehr
nette Lehrerin aus der Gegend kam vorbei und hatte sehr viel Mitleid mit uns. Sie sagte aber, dass dieses eine nicht gute Gegend wäre und wir unbedingt hier weg müssten. Ich erzählte ihr, dass wir aber bis jetzt wirklich nur nette Hilfe empfangen hätten. Ja, meinte sie, aber der Bus müsse vor Sonnenuntergang weg sein, sonst würde er am nächsten Tag nicht mehr dort stehen!

Zum Glück hatte Erich uns nun erreicht und konnte dann das Abschleppen usw. regeln. Ich war so dankbar! Unser Wasser war jetzt alle, nachdem wir jedem der Durst hatte, einen Schluck in den offenen Mund gegossen hatten. Die Sonne war noch immer sehr heiß! Ihr könnt euch wohl vorstellen wie erleichtert wir waren als der Hermannsburger Schulbus, ein Mercedes Sprinter angefahren kam uns zu retten! Wir hatten zwei und eine drei Viertel Stunde in der heißen Sonne gewartet. Ich setzte mich zurück, seufte einen tiefen Seufzer der Erleichterung und der Dankbarkeit, dass Gott uns bei allem Unglück behütet hatte. Wir waren etwa 5 oder 10 Minuten unterwegs als mein Telefon wieder läutete: ,,Hello, my driver is almost in Tugela Ferry. Where are you now?” O nein! Wie peinlich! Die Botschaft war nun leider nicht zeitig angekommen! Alle hatten solch einen Durst! Bis Hermannsburg konnten wir nicht mehr warten, also hielten wir schnell in Greytown an und kauften jedem eine Flasche Wasser. Hat das geschmeckt. Bestimmt war es lange her, dass eine Flasche Wasser uns so erquickt hat wie an dem Tag. Ich schätze mal, dass Peter lieber ein Ersatzreifen unterm Bus gewesen wäre statt ein Teenager im Bus, als wir, in Hermannsburg angekommen, ein Dankgebet sprachen und seine Mutter aus purer Dankbarkeit und Erleichterung, tatsächlich zwei Tränen nicht unterdrücken konnte!!

Nach dieser aufregenden Fahrt haben wir dann aber doch noch ein sehr gesegnetes Kinderlager erlebt. Es waren etwa 66 Kinder aus der Synode. Am
ersten Abend wurden Gemeinschaftsspiele gespielt damit alle sich ersteinmal kennenlernen konnten. Am nächsten Morgen fingen wir gleich nach dem
Frühstück mit einer Bibelarbeit an zu dem Thema: Jesus ist das Licht der Welt. Danach wurden die Kinder in ihren drei Gruppen abwechselnd zum Singen,
Sport und Basteln losgeschickt. Am Nachmittag gab es einen Bibelquizz und dann Schwimmen, ,,On the Move”, und Sport abwechselnd. Sonnabend morgen fing wieder mit einer Bibelstunde an, danach den Ziklus Basteln, Singen und Sport. Nach dem Nachmittagsziklus machten wir eine Führung durch das Hermannsburger Museum mit. Dann gab es eine Überraschung. Die Klasse Sechser haben eine “Survival” Vorführung gemacht. Nachdem übten wir nochmal unsere Lieder durch, packten die Koffer und, weil es so regnete ließen wir unsere Laternen, die wir gebastelt hatten, im Esssaal leuchten. Am nächsten Morgen fuhren wir zum Gottesdienst wo wir zu Anfang des Gottesdienstes sangen. Der Gottesdienst war sehr schön. Hinterher mussten wir auf den Bus vom Teenagerlager warten uns
abzuholen. Als er dann da war und alle einen Platz hatten, fuhren wir los.

Es war ein schönes und erfolgreiches Kinderlager! Irmela Gevers

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